Bitte warten...

UN-Migrationspakt Vatikan bedauert Rückzüge

Der Vatikan hat seine Unterstützung für die Flüchtlings- und Migrationspakte der Vereinten Nationen bekräftigt.

Blick von Peterskirche auf Petersplatz

Die Peterskirche und die Vatikanstadt in Rom

Es schmerze "festzustellen, dass einige Länder sich aus dieser Diskussion zurückziehen", sagte Kardinalstaatssekretär und Chefdiplomat Pietro Parolin in einem Vortrag in Rom. Zuletzt hatten neben den USA auch Österreich und die Tschechische Republik erklärt, sie wollten sich dem für Dezember geplanten UN-Abkommen nicht anschließen. Polen erwägt dies ebenfalls.

Kluge Integrationspolitik

In seinem Beitrag über Menschenrechte und die katholische Kirche verteidigte Parolin den Einsatz des Vatikan für eine offene Flüchtlings- und Migrationspolitik. Diese müsse aber begleitet werden von einer klugen Integrationspolitik, die den Fähigkeiten der jeweiligen Aufnahmeländer entspreche. Leider habe vielerorts die Politik ihre Rolle als Vermittlerin aufgegeben. Stattdessen "gibt sie der unklugen Versuchung eines einfachen Konsenses nach und setzt auf angestammte Ängste der Bevölkerung", so Parolin.

Menschenrechtspolitik

Zu Grundsätzen der Menschenrechtspolitik des Heiligen Stuhls gehöre zum einen die Universalität der Menschenrechte, die für jeden, überall und immer gelten - ohne Ausnahme. Menschenrechte verlangten ein ganzheitliches Menschenbild. Sonst führe die Individualisierung von Rechten dazu, dass jeder zum Maßstab nur seines eigenen Handelns werde und so einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" den Weg mit bereite. Ein weiterer Schwerpunkt vatikanischer Menschenrechtspolitik sei das Bestehen auf Gewissens- und Religionsfreiheit für alle Bürger eines Gemeinwesens im privaten wie öffentlichen Raum.

Der Weg zu den Menschenrechten

Die katholische Kirche habe sich zunächst von einer Gegnerin der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution (1789) über die erste päpstliche Sozialenzyklika von 1891 und das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) zu einer Verteidigerin von Menschenrechten entwickelt habe, sagte Parolin. (KNA)