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SWR AKTUELL MONDIAL 31.10.2018

Nach der Gruppenvergewaltigung in Freiburg – welche Rolle spielt die Herkunft der Täter?
Prof. Ahmet Toprak von der FH Dortmund beschäftigt sich seit langem mit Gewaltphänomen bei jungen muslimischen Männern mit Migrationshintergrund. Mit ihm haben wir über die Frage gesprochen, welche Rolle die Herkunft der Tatverdächtigen spielt.

Stimmen aus Freiburg
Der Fall sorgt für Schlagzeilen, Diskussionen und Ängste: Die Vergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg. Acht Tatverdächtige sollen die Frau Ende letzter Woche nach einem Discobesuch missbraucht haben, offenbar wurde sie mit Drogen wehrlos gemacht, so der Stand der Ermittlungen, die weiter andauern. Die Polizei ermittelt gegen einen Deutschen und sieben Syrer. Die AfD hatte wegen des Falls zu einer Demonstration aufgerufen, zu der bis zu 500 Menschen kamen, an einer Gegendemonstration nahmen nach Polizeiangaben etwa 1.500 Menschen teil. Die Gruppenvergewaltigung bewegt die Menschen in Freiburg.

Vorbildliche Arbeit - Das Projekt „Brückenbau“ hat den Nationalen Integrationspreis erhalten
Am vergangenen Montag wurde er zum zweiten Mal verliehen, der Nationale Integrationspreis. Dieser Preis soll zeigen, dass Integration sich lohnt. Das sagte Bundeskanzlerin Merkel bei der Preisverleihung. Ausgezeichnet hat sie das Projekt "Brückenbau". Diesem Projekt gelinge Integration besonders gut, so Merkel, weil es Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession einander näherbringe.

Mehrfache Traumata – Eine neue Studie zur Gesundheit Geflüchteter in Deutschland
Viele Geflüchtete haben traumatische Erlebnisse gehabt. Drei von vier Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, haben Gewalt erfahren, viele von ihnen sind gleich mehrfach traumatisiert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Für diese Studie hat das wissenschaftliche Institut der AOK über 2000 Menschen befragt, die nach Deutschland geflüchtet sind, über 600 davon in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Befragten aus drei Ländern: Aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan. Helmut Schröder ist Mitautor der Studie.

Anonymisierte Bewerbungen
Sandra Bauer könnte auch Schulze oder Schmidt heißen, wenn sie sich mit einem solchen guten deutschen Nachnamen bewirbt, dann bekommt sie in der Regel eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Ganz anders sieht das aus, wenn sich z.B. Meryem Öztürk mit den genau gleichen Qualifikationen bewirbt. Das hat eine Studie der Universität Linz schon vor zwei Jahren herausgefunden: Damals schickte man fiktive Bewerbungen, völlig identisch bis auf den Namen, an verschiedene Arbeitgeber. Je qualifizierter die Stelle, umso weniger Einladungen für die vermeintlich türkische Bewerberin. Eine Möglichkeit, um solche Diskriminierung zu vermeiden und mehr Gerechtigkeit zu schaffen sind anonymisierte Bewerbungen. Das machen aber nur wenige Unternehmen. Eines ist Bürkle und Schöck in Stuttgart, ein Familienbetrieb mit rund 100 Mitarbeitern, der sich im Bereich Elektroanlagen und Sicherheitstechnik engagiert. Das Unternehmen setzt gerade bei Azubi-Bewerbungen auf ein anonymisiertes Verfahren.

Deutlicher Anstieg – Viermal mehr Geflüchtete als im letzten Jahr in Ausbildung
Die Zahl der Flüchtlinge in Ausbildung steigt. Im Raum Stuttgart haben zum neuen Ausbildungsjahr gut 4000 Azubis im Handwerk neu angefangen. Fast jeder zehnte von ihnen ist ein Flüchtling. Damit hat sich die Zahl der Geflüchteten im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht! Vor allem in Berufen mit hoher Nachfrage und wenigen Bewerbern, wie bei Bäckern und Fleischern, sind die Betriebe froh über motivierte Azubis. Geflüchtete Menschen in Ausbildung und Jobs zu bringen, ist eine der großen (gesellschaftlichen) Herausforderungen. Die Wirtschaftskammern (Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart sowie die Handwerkskammer Region Stuttgart) wünschen sich dabei von der Politik noch bessere Rahmenbedingungen.