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SWR AKTUELL MONDIAL 24.10.2018

Holt sie aus der Hölle: Australische Kinder setzen sich für Flüchtlinge auf Nauru ein
Bloß weit weg und bloß nicht bei uns – das ist die Devise bei vielen Regierungen, wenn es um Flüchtlinge geht. Auch bei der australischen, einem Land, das doch immer so stolz auf seine Einwanderungspolitik war. Doch seit 2013 bringt Australien Flüchtlinge, die über das Meer kommen, auf einer Insel unter. Weit weg, im pazifischen Ozean, 3000 Kilometer entfernt. Manche Flüchtlinge sind dort seit mehreren Jahren festgehalten, ohne jegliche Perspektive. Ein „Freiluftgefängnis“ nennt das ein Vertreter von Ärzte ohne Grenzen. Eine immense Belastung, insbesondere für die Kinder, die unter schweren psychischen Problemen leiden.

Keine Schule, keine Zukunft – Kinder im griechischen Flüchtlingslager von Chios

Seit die Balkanroute geschlossen wurde, hören wir nicht mehr viel über geflüchtete Menschen in Griechenland. Auch kommen kaum noch Meldungen über die Inseln, die direkt vor der türkischen Küste liegen, doch Tatsache ist: die Flüchtlingslager – ob auf Kos, Lesbos oder Chios sind überfüllt. Hilfsorganisationen fordern, die Lager auf den Inseln sofort zu schließen und die Flüchtlinge andernorts unterzubringen. Von den Zuständen im Lager Vial auf der griechischen Insel Chios haben sich Vertreter von Flüchtlingshilfsorganisationen aus einem Dutzend EU-Länder selbst ein Bild gemacht - im Rahmen einer "europäischen Asyl-Konferenz" Mitte Oktober. Das Lager Vial ist für 1 000 Personen ausgelegt. Derzeit sind dort mehr als doppelt so viele - also über 2.000 - untergebracht, darunter mehrere hundert Kinder. Die Wohn-Container reichen nicht, viele Familien müssen in Zelten leben. Vor allem die Kinder leiden in den Lagern, schöne Momente gibt es nur wenige.


Familiennachzug unerwünscht – Unterschiede bei Flüchtlingen

Mag sein, dass Flüchtlinge, die mir ihrer Familie hier leben, glücklicher sind, mag sein, dass die Integration auch besser gelingen mag – wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung herausgefunden hat. Aber trotzdem dürfen nicht alle Familien zusammenkommen. Viele Flüchtlinge versuchen, so gut wie möglich, die Voraussetzungen dafür zu schaffen: sie gehen in Sprachkurse, suchen Arbeit oder Ausbildung, in der Hoffnung, bald die engen Angehörigen um sich zu haben.  Aber nicht jedem Flüchtling ist es erlaubt.  Das erleben momentan viele Syrer, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind. Je nach Alter oder Schutzform, dürfen die einen ihre Familien sofort zu sich holen, die anderen müssen womöglich jahrelang warten.  


Erleichterung:  Reaktionen auf das Kirchenasylurteil im Hunsrück

Gelten Flüchtlinge, die im Kirchenasyl leben, als untergetaucht? Nein, hat das Verwaltungsgericht Trier entschieden. Und damit in letzter Minute die Abschiebung von mehreren Sudanesen nach Italien gestoppt. Die Männer leben seit dem Frühjahr im Hunsrück im Kirchenasyl. Die evangelischen Kirchengemeinden, die die Männer aufgenommen haben, ihre Pfarrer und die ehrenamtlichen Helfer freuen sich. Denn sie haben damit erreicht, dass die Geflüchteten erst mal hierbleiben dürfen und sie und ihre Fluchtgründe erneut angehört werden müssen. Wie kommt das an?


„Verhüllt, enthüllt! Das Kopftuch“:  Ausstellung im Weltmuseum Wien

Es ist eben nicht nur ein Stück Stoff – wenngleich es in meiner Kindheit viele Frauen trugen. Das Kopftuch: sie trugen es als Schutz vor der Sonne, vor dem Wind, aber auch, weil es sich für eine Frau so gehörte: bei Trauer zum Beispiel. Auch in Europa. Mittlerweile aber sorgt das Kopftuch hierzulande vor allem dann für Debatten, wenn es von muslimischen Frauen getragen wird. Für die einen ist es Zeichen der Unterdrückung, für die anderen ein Zeichen des Glaubens, für die dritten eine praktische Kopfbedeckung. Der Geschichte des Kopftuchs geht jetzt eine Ausstellung in Wien nach. Den Ausschlag gab der Shitstorm gegen eine Drogeriekette in Österreich. Nachdem diese mit einer jungen Frau mit Kopftuch geworben hatte, wurde ihr „ein tiefer Kniefall vor der islamischen Unterwanderung“ vorgeworfen. Die Ausstellung im Wiener Weltmuseum zeigt, welche Traditionen die Bedeckung hat – und wie lange diese zurückgehen: