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SWR AKTUELL MONDIAL 14.11.2018

Zu ineffizient! Rechnungshof kritisiert EU-Flüchtlingshilfe in Türkei
2015 war das Jahr der Flüchtlinge. Vor allem viele syrische Flüchtlinge kamen über den Balkan, über Ungarn und Österreich nach Deutschland. Im Frühjahr 2016 schloss die EU dann mit der Türkei einen Flüchtlingspakt. Die EU darf alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken. Im Gegenzug nehmen EU-Staaten der Türkei schutzbedürftige Flüchtlinge aus Syrien ab und sie finanzieren Hilfen für in der Türkei lebende Flüchtlinge mit Geldern in Höhe von insgesamt sechs Milliarden Euro. In dieser Woche allerdings hat der Rechnungshof der Europäischen Union den Umgang der Türkei mit den Hilfsgeldern kritisiert.

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten – Interview mit Holk Stobbe vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
In den Jahren 2015 bis 2017 haben insgesamt knapp 1,4 Millionen Menschen in Deutschland einen Antrag auf Asyl gestellt. Viele dieser Menschen stammen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Eritrea. Die Herausforderung für diese Menschen: Sie müssen sich nun in einem fremden Land mit anderen kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen orientieren. Ein ganz zentraler Aspekt für die Integration ist dabei der Schritt in den Arbeitsmarkt.

Bildung im Abseits
Die Schule öffnet die Tür zur Berufsausbildung und zum Studium. Junge Flüchtlinge sollen daher möglichst schnell Deutsch lernen und sich erfolgreich ins deutsche Schulsystem integrieren. Sonst kommen sie später, nach der Schule, nicht weiter. Problem dabei: In Großstädten und Ballungszentren gehen viele Flüchtlingskinder in sogenannte Brennpunktschulen. Dort aber sind die Lehrer bereits mit den bestehenden sozialen Problemen ausgelastet. Ein Bericht im Rahmen der ARD-Themenwoche „Gerechtigkeit“ von der Situation in einer Stuttgarter Schule.

Jahreskonferenz der Integrations- u. Ausländerbeauftragten Erfurt
In dieser Woche haben neun der 13 Integrationsbeauftragten der Länder bei ihrer Jahreskonferenz in Erfurt diskutiert. Ihr Fazit: Es müsse ein umfassendes Einwanderungsgesetz her. Die Integrationsbeauftragten fordern in einer mehrheitlich verabschiedeten Resolution die Bundesregierung auf, ein Gesetz vorzulegen, dass über die bisherigen Pläne zur Einwanderung von Fachkräften hinaus geht.

Kommentar: Sprache verroht, und Kretschmann macht mit
„Männerhorden“ in die „Pampa“ schicken? Um Äußerungen des grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zu kriminellen oder auffälligen Geflüchteten gab es in den vergangenen Tagen viel Ärger und Kritik. Hintergrund der Äußerungen Kretschmanns war unter anderem die Gruppenvergewaltigung in Freiburg. Kretschmann hatte in Interviews unter anderem von „testosterongesteuerten Gruppen" gesprochen und laut überlegt, ob man sogenannte „Tunichtgute“ „konzentrieren" sollte. Inzwischen beteuert er, er habe sich zu den Formulierungen "hinreißen lassen".

Folgen des Welthandels: Ghana und das globale Huhn
Wenn es um Fluchtursachen in Afrika geht, dreht sich die Diskussion schnell um Wirtschaftspolitik, um unfaire Handelsbeziehungen zwischen der EU und afrikanischen Staaten. Der Vorwurf, der Westen überschwemme mit seinen hoch subventionierten Produkten afrikanische Märkte, ist ebenso alt wie richtig. Verstärkt wird die Debatte durch die so genannten EPAs, die Wirtschaftspartnerschaften zwischen der EU und afrikanischen Staaten, in denen sich beide Seiten zu Zollabbau und Marktöffnung bereiterklären. Problematisch sind besonders die Fleischexporte von europäischen Konzernen. Beispiel Ghana: Hier, so beklagen Ghanas Geflügelfarmer, haben konkurrenzlos billige EU-Hühnchen dazu geführt, dass die heimische Branche am Rande des Zusammenbruchs steht.