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SWR AKTUELL MONDIAL 10.10.2018

Nadia Murad – Porträt der Friedensnobelpreisträgerin
Nadia Murat hat Schreckliches hinter sich: mehrere Monate lang wurde sie von der Terrormiliz Islamischer Staat festgehalten und brutal missbraucht. Sie konnte fliehen und gehört zu den rund 1100 jesidischen Frauen, denen Baden-Württemberg mit einem Sonderprogramm Schutz und Hilfe angeboten hat. Murat ist eine mutige, junge Frau – die gegen sexuelle Gewalt kämpft. Unter anderem als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen. 

Moderne Sklaverei – eine Organisation kämpft gegen Menschenhandel
Von Sklaverei und Menschenhandel sind vor allem Frauen betroffen. Aber auch Kinder und junge Männer sind immer wieder Opfer.  Und:  das geschieht in vielen Ländern. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO geht davon aus, dass fast 25 Millionen Menschen in moderner Sklaverei leben. Die Spannbreite ist groß: Kinder, die zum Betteln gezwungen werden. Junge Mädchen, die als Haushaltshilfen ausgebeutet werden. Frauen und Männer, die prostituiert werden. Kenia ist ein Zentrum für Menschenhandel in Ostafrika. Die Organisation „Haart“ klärt über die Gefahren auf und hilft Betroffenen. Sophie Otiende, eine der Programmleiterinnen, war selbst ein Opfer:

Spanien: der langsame Aufstieg der Rechtsextremen
Offenbar ist kein Land vor Rechtspopulisten sicher: in immer mehr Ländern gewinnen sie an Anhängern. Siehe Brasilien. Allerdings müssen wir gar nicht so weit gehen, ein Blick vor unserer Haustür genügt auch. Der eigenen und der europäischen:  Spanien war bisher ein Land, in dem rechtsextreme Parolen kaum Wirkung zeigten. Während andernorts in Europa der Front National oder die AFD immer mehr Zulauf bekamen, blieben ähnlich gesinnte Parteien in Spanien fast bedeutungslos. Vielleicht, weil die Vergangenheit mit der Franco-Diktatur zu präsent war? Nun bekommt die rechtsextreme Partei Vox etwas mehr Zulauf - und das macht in Spanien viele nervös.

Den Wolfsgruß verbieten? Ein Gespräch zu den Grauen Wölfen mit Utku Pazarkaya
Man muss nicht immer Parolen brüllen – auch mit bestimmten Gesten kann man seine politische Einstellung zeigen. Der sogenannte Wolfsgruß türkischer Ultranationalisten gehört dazu: dabei werden zwei Finger einer Hand als Ohren abgespreizt und die anderen drei zur Schnauze geformt. Ein Zeichen, das die Anhänger der Grauen Wölfe gerne benutzen. Bereits im vergangenen Jahr sorgte der Wolfsgruß in Deutschland für Aufregung, als der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu ihn bei einem Auftritt in Hamburg zeigte. Österreich will die Geste künftig verbieten. Und auch in Deutschland fordern das nun einige Politiker. Darüber haben Anna Koktsidou und Utku Pazarkaya aus der SWR Redaktion Religion, Migration und Gesellschaft gesprochen und sich zunächst gefragt, was das für Leute sind, die diesen Wolfsgruß benutzen?

Ein Star aus Nigeria: Chimamanda Ngozie Adichie
Die Buchmesse in Frankfurt steht dieses Jahr im Zeichen der Menschenrechte. 70 Jahre nach der Verabschiedung der Charta durch die Vereinten Nationen ist es notwendig, dieses Thema stärker ins Bewusstsein zu rücken. Eine, die das tut, ist die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. Weltweit bekannt wurde sie durch ihr Buch „Americanah“, die Geschichte einer Nigerianerin, die in die USA geht und dann doch wieder in ihr Heimatland zurückkehrt. Ein Buch über Liebe und Identität. Wo immer Adichie auftritt, nutzt sie die Gelegenheit, um auf die Situation von Frauen aufmerksam zu machen. Das hat sie in Frankfurt gemacht, das tat sie auch in den USA. Und ist dabei ziemlich unerschrocken: