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SWR AKTUELL MONDIAL 08.08.2018

Erfahrungen – aus dem Alltag von Menschen mit Migrationshintergrund
Rassismus war bisher eher ein Tabuthema in Deutschland. Doch der Rücktritt des Mesut Özil aus der Fußballnationalmannschaft hat eine Debatte ausgelöst. Unter dem Hashtag „MeTwo“ veröffentlichen Menschen, die Diskriminierung in unterschiedlicher Form erlebt haben, ihre Geschichten und machen deutlich, wie groß das Problem nach wie vor ist. MeTwo, also two wie zwei, bezieht sich auf die zwei Seiten ihrer Identität, die Menschen mit Migrationshintergrund haben können.  Bei aller Kritik und den diskriminierenden Erfahrungen, die viele gemacht haben, gibt es aber auch Positives zu berichten. Erfahrungen, die sich der Diskriminierung entgegenstellen.

Längst überfällig? Deutschland diskutiert über Rassismus - Gespräch mit Dr. Aleksandra Lewicki, University of Sussex
Deutschland diskutiert über Rassismus: insbesondere junge Menschen, die der sogenannten zweiten und dritten Generation, melden sich zu Wort. Erzählen, dass ihnen der Besuch des Gymnasiums nicht zugetraut wurde – wegen ihrer Herkunft. Dass sie als das Putzpersonal angesprochen wurden, weil man davon ausging, sie könnten nicht die Akademiker sein.  Dass sie angepöbelt wurden – und noch viel mehr. Es scheint, als wäre ein Ventil geplatzt und das, was darunter brodelte, kommt zum Vorschein. Wir haben darüber mit Aleksandra Lewicki gesprochen; die Migrations- und Rassismus- Forscherin ist Juniorprofessorin an der Universität von Sussex in England und macht Vergleichsstudien zu Deutschland und Großbritannien. Zunächst haben wir Sie gefragt, ob es nicht längst überfällig war, in der der breiten Öffentlichkeit darüber zu diskutieren, dass der Alltag für Menschen mit Migrationshintergrund doch nicht so rosig ist?

Erinnerung – das Leiden einer Jesidin
Es war ein beschämendes Menschheitsverbrechen, das vor vier Jahren begann. Im August 2014 überfiel der sogenannte Islamische Staat das Siedlungsgebiet der Jesiden im Nordirak. Die Anhänger der Terrormiliz ermordeten tausende Männer und Frauen. Sie verschleppten Mädchen und junge Frauen und missbrauchten sie über Monate und Jahre. Im Rahmen eines Sonderkontingents hat Baden-Württemberg die Aufnahme von 1000 schwer traumatisierten Frauen organisiert. Wie geht es ihnen heute?

Wie sinnvoll sind Ankerzentren? Expertise von Migrationsexperten
ANKER – das steht für Ankunft, Entscheidung, kommunale Verteilung beziehungsweise Rückführung Die Einrichtungen sollen Asylverfahren an einem Ort bündeln und beschleunigen - und damit auch Abschiebung oder Rückführung derjenigen Migranten, die kein Bleiberecht haben, schneller möglich machen. Die Ankerzentren sind ein Kernstück des Masterplans Migration von Bundesinnenminister Horst Seehofer. In Bayern wurden vor kurzem mehrere bestehende Einrichtungen in Ankerzentrum umgewandelt. Doch wie sinnvoll sind solche Massenunterkünfte? Der Rat für Migration, ein Netzwerk von Wissenschaftlern, hat aufgrund einer Studie seine Zweifel. Und auch Betroffene haben in großen Einrichtungen keine guten Erfahrungen gemacht.

ResQship – junge Mainzer retten Flüchtlinge   
Mehr als 1500 Menschen – Frauen, Männer, Kinder sind seit Jahresbeginn im Mittelmeer ertrunken oder verschollen. Diese Zahl gab die Internationale Organisation für Migration (IOM) Ende Juli in Genf bekannt. Noch vor drei Jahren haben uns solche Zahlen und auch die Bilder dazu erschreckt. Doch wir scheinen uns daran gewöhnt zu haben. Tagtäglich kommen solche Meldungen, sie regen kaum jemanden mehr auf. Eine Gruppe junger Mainzer will das nicht länger hinnehmen. Im März sind sie dem Verein „ResQship“ - auf Deutsch „Rettungsschiff“- beigetreten. Sie wollen einen privaten Seenotrettungseinsatz starten. Schatzmeister des ehrenamtlichen Vereins ist Stefen Seyfert. Der 27-jährige war schon vor zwei Jahren bei einem Einsatz dabei:  

Die vergessenen Flüchtlinge – Palästinenser in Jordanien
Es gibt eine Gruppe von Menschen, die seit Generationen ohne Heimat sind – die Palästinenser. Nun gibt es Berichte, wonach die USA den palästinensischen Flüchtlingen diesen Status aberkennen will. Die Gelder für das zuständige Hilfswerk der Vereinten Nationen haben sie schon gekürzt. Viele Palästinenser haben in Jordanien Zuflucht gefunden – ihre Zahl dort ist größer als die der Syrer. Keine leichte Aufgabe für das Königreich.