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Autobahnkirchen Orte der Ruhe und Besinnung

Autobahnkirchen – eine deutsche Erfindung. Insgesamt 44 gibt es davon – Orte der Besinnung für Reisende. Eine der interessantesten steht bei Baden-Baden und ist pyramidenförmig.

Die erste Autobahnkirche öffnete 1958 ihre Pforten – das war an der A8 bei Augsburg. „Maria, Schutz der Reisenden“ – eine katholische Kirche. 18 Jahre später war es auch bei Baden-Baden an der A5 so weit.

Die Autobahnkirche Baden-Baden, Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt von Sakristan Tobias Albert

Die Autobahnkirche Baden-Baden

Die Autobahnkirche in Baden-Baden ist pyramidenförmig aus massivem Beton gestaltet, aber durch die seitlich umlaufenden Fensterwände lichtdurchflutet. Auf den Fenstern sind Szenen aus dem Leben Jesu und der Apokalypse dargestellt. Der Karlsruher Künstler Emil Wachter hat auch Auto-Motive in die christlichen Darstellungen mit eingearbeitet. Ein Ort der Stille im tosenden Lärm einer der wichtigsten Verkehrsachsen in Europa.

Für alle offen

Die Kirche ist Anlaufpunkt für Menschen von überall. Fernfahrer, Geschäftsreisende, Urlauber, Gestrandete – jeder ist dort willkommen. Manche kämen aus Neugier, manche hätten andere Gründe, so Pastoralreferent und Seelsorger an der Autobahnkirche Baden-Baden, Norbert Kasper: "auf dem Weg nach Heidelberg ins Krebszentrum, oder zu einer Beerdigung. Da sind dann schon sorgen und Nöte da." Die Autobahnkirche würde hier helfen, zu unterbrechen, innezuhalten.

Vor allem im Süden

Von den 44 Autobahnkirchen sind 19 evangelisch, acht katholisch und 17 ökumenisch. Die meisten Autobahnkirchen stehen in den südlichen und westlichen Bundesländern. Der Norden Deutschlands ist weitgehend ein „weißer Fleck“: Im nördlichen Niedersachsen, in Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg gibt es keine Autobahnkirchen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern an der A19 zwischen Berlin und Rostock in Kavelstorf liegt eine evangelische Autobahn- und Gemeindekirche.

Parkplätze und WC´s

Für Autobahnkirchen gelten bestimmte Regeln: Als solche zählt nur, wenn zum Beispiel eine direkte Anbindung an eine Autobahnabfahrt oder -rastatt besteht, es genügend Parkplätze und WC´s gibt. Eine Zustimmung des Bundesministeriums für Verkehr ist ebenfalls erforderlich und selbstverständlich auch der zuständigen Diözese bzw. Landeskirche.

Seit dem Mittelalter

Orte der Ruhe und Besinnung entlang von Reiserouten haben eine lange Geschichte. Bereits im Mittelalter gab es für Reisende und Pilger Kapellen und Kreuze am Wegesrand. In dieser Tradition Sehen sich auch die Autobahnkirchen. Sie laden ein zu „Rast für Leib und Seele“.

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