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OECD-Bericht Herkunft entscheidet über Schulerfolg

Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland weit mehr als in anderen Ländern über den Schulerfolg der Kinder. Das geht aus einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

Schüler

Schulbildung der Eltern beeinflusst den Schulerfolg der Kinder

Demnach erreichen Kinder von Eltern mit hohen Abschlüssen deutlich häufiger selbst akademische Zeugnisse als Kinder von Eltern mit geringeren Abschlüssen.

Nur knapp 15 Prozent der Erwachsenen mit Eltern ohne Abitur erreichen in Deutschland ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Im Durchschnitt der meisten OECD-Länder sind es immerhin 21 Prozent.

Ein Grund für die schlechteren Bildungschancen sei die Zusammensetzung der Klassen. So zeigt der Bericht, dass 46 Prozent der Schüler mit sozialer und ökonomischer Benachteiligung Schulen besuchen, die viele benachteiligte Schüler versammeln. In Finnland sind es nur 40 Prozent. Schüler, die in eine gut durchmischte Schulklasse besuchen erreichen deutliche bessere Leistungen, so die OECD-Experten.  

Die Schüler an benachteiligten Schulen haben demnach einen Rückstand von vier Jahren auf diejenigen an begünstigten Schulen. In den Ländern Finnland, Norwegen oder Polen existiert ein solcher Unterschied laut Studie dagegen nicht.

Die OECD rät der Politik deshalb, mehr in frühkindliche Bildung und in Kindergärten zu investieren. "Die Schere geht schon ab zehn Jahren auseinander", betonte OECD-Direktor für Bildung, Andreas Schleicher, zu den Ergebnissen der Studie.