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Neue Missionen im Mittelmeer Hilfsorganisationen starten Seenotrettung

Die Hilfsorganisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen nehmen die Seenotrettung wieder auf. Auch der Dresdner Verein Mission Lifeline plant einen neuen Einsatz für Anfang August.

Helfer holen Flüchtlingen runter von einem Schlauchboot auf das Rettungsschiff, dabei Anton Shakouri.

Helfer retten Flüchtlinge im Mittelmeer

Die Rückkehr ins Mittelmeer sei die Antwort auf eine seit zwei Jahren andauernde Kampagne europäischer Regierungen mit dem Ziel, Seenotrettung zu verhindern, und auf die Gleichgültigkeit der Politik angesichts des Sterbens im Mittelmeer und des Leids in Libyen, teilten die Organisationen SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen mit.

Das norwegische Schiff "Ocean Viking" sei unterwegs, so "SOS Mediterrannée" auf Twitter. Es soll Schutzsuchende vor der libyschen Küste suchen. Das Schiff wird von beiden Organisationen gemeinsam betrieben.

Ringen um eine Lösung in Paris

Unterdessen suchen die Innen- und Außenminister der EU-Staaten in Paris um eine Lösung im Streit um die Seenotrettung im Mittelmeer. Eine Übergangsregelung soll verhindern, dass Italien und Malta Schiffen mit geretteten Menschen die Einfahrt in ihre Häfen untersagen. Eine Einigung ist allerdings nicht in Sicht. Die Positionen der einzelnen Länder gehen weit auseinander.

Das zentrale Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten für Menschen, die nach Europa kommen wollen. 2019 seien schon mindestens 426 Kinder, Frauen und Männer beim Versuch der Überfahrt über das zentrale Mittelmeer ums Leben gekommen, erklärte Außenminister Heiko Maas.

Neues Schiff von "Mission Lifeline"

Helfen will auch die Dresdner Flüchtlingshilfsorganisation "Mission Lifeline". Sie bereitet einen neuen Rettungseinsatz im Mittelmeer vor. "Wir haben ein neues Schiff und statten es gerade aus", sagte Sprecher Axel Steier MDR aktuell. Das könne bis zu 100 Menschen aufnehmen.