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Nach der Bürgermeisterwahl in Istanbul Reaktionen von Menschen mit türkischen Wurzeln

Überraschend klar hat Oppositionskandidat Ekrem Imamoglu am Sonntag die Bürgermeisterwahl in Istanbul gewonnen und Präsident Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP damit eine herbe Niederlage beschert. Das sagen Menschen mit türkischen Wurzeln in Stuttgart über die Wahlergebnisse. 

Die Anhänger von Ekrem Imamoglu feiern nach dem Wahlsieg auf den Straßen.

Die Anhänger von Ekrem Imamoglu feiern nach dem Wahlsieg in Istanbul auf den Straßen.

Fatih Ergen ist praktisch auf dem Sprung in den Urlaub. Fünf bis sechs Wochen will er diesen Sommer in der Türkei verbringen. Die Bürgermeisterwahl in Istanbul hat er interessiert verfolgt und war durchaus überrascht vom Ergebnis: "Ich hätte gedacht, es wird wieder wie letztes Mal so Kopf an Kopf und so wie ich in den Medien gehört habe, dachte ich, das Binali Yildirim gewinnt."


Vielen ist nur wichtig, dass es voran geht

Er sagt über Ekrem Imamoglu habe es im Vorfeld viel Negatives in den türkischen Medien gegeben. Trotzdem sei frischer Wind für Istanbul gut. Vielen ist gar nicht so wichtig, wer nun Istanbul regiert, solange er die Stadt voran bringt.

Denkzettelwahl

Und dann gibt es noch den Geschäftsmann, der die Wahl als Denkzettelwahl bezeichnet. 41 Jahre ist er alt, dunkles Hemd, dunkle Hose. Er hat in der Türkei in ein Unternehmen investiert, das industrielle Klebstoffe herstellt. Deswegen ist für ihn eine funktionierende Wirtschaft wichtiger als ideologischer Wettstreit: "Ich würde sagen, dass der Erdogan sich jetzt ein bisschen Gedanken machen muss. Das war eine Frustwahl, eine Frustwahl von Kleinunternehmern, die nicht mehr zurecht kommen."

"Die müssen das sportlich sehen"

Er sagt, er hätte lieber Yildirim als Sieger gesehen. Aber so sei das halt bei Wahlen. Mal gewinne der Eine, dann wieder der Andere: "Die müssen sportlich denken und nicht nur egoistisch an sich selbst, sondern an die Menschen. Wenn’s denen gut geht, geht’s uns auch gut."