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Menschen unter uns Freiwillig einsam - Leben als Eremit

Der Film begleitet den Weg des angehenden Eremiten Bruder Otto. Der frühere Punker, Schriftsetzer, Suchtberater und dann Zen-Mönch will sich der Klausnervereinigung in Bad Abbach anschließen.

86mal ist Jürgen Otto Stahl schon umgezogen. Der Kindheit und Jugend im Südschwarzwald folgen „wilde Zeiten“ im Freiburg der 80er Jahre, in denen er sich selbst als Chaot wahrnimmt. Alkohol und Punk-Musik sind ständige Begleiter. Trotz aller Exzesse findet er dank vielfältiger Begabungen beruflich immer neue Optionen. Er ist Schriftsetzer und Buchdrucker, jobbt als Landschaftsgärtner, wird ehrenamtlicher Suchtberater und Sterbebegleiter.

Die Begegnung mit einem Zen-Meister setzt den Keim für sein spirituelles Interesse. Er wird selbst Zen-Mönch in Japan, später Franziskaner in Nürnberg, dann Angehöriger des Lazarus-Ordens. Als der Orden sich auflöst, steht Bruder Otto wieder vor einem Neuanfang. Durch Zufall erfährt er von der Bayerischen Klausnervereinigung in Bad Abbach bei Regensburg. Es ist eine über 300 Jahre alte Verbindung von Männern und Frauen, die zölibatär leben, sich als Eremiten („Klausner“) verstehen und langfristig wie an einen Orden binden.

In der Begegnung mit Johannes Schuster, dem „Altvater“ der Eremiten, und Bruder Jacobus Karfunke, einem eremitisch lebenden Benediktiner aus dem Kloster Beuron, erfährt Bruder Otto Ermutigung für seinen eigenen spirituellen Weg.

Er wird Altenpfleger, um ganz praktisch für Menschen etwas tun zu können, und sucht nach einem passenden Lebensumfeld für sich. In der St. Anna-Kapelle in Fridingen, nah seiner alten Heimat, in einer historischen Eremitage mit kleiner Wohnung, beginnt er noch einmal von vorne.

Menschen unter uns
Ein Film von Sabine Barth (BR)
Sonntag 14.04.2019, 07:00 Uhr, SWR Fernsehen