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Appell der Hilfsorganisationen Keine Schiff-für-Schiff-Lösungen mehr

In einem offenen Brief fordern über 30 Hilfsorganisationen die EU-Staaten auf, verbindliche Regeln für alle zu schaffen, um Menschen im Mittelmeer zu retten und aufzunehmen – statt einer "Schiff-für-Schiff-Lösung".

Schiffbrüchige in einem Rettungsbott auf dem Mittelmeer, im Hintergrund das Schiff "Aquarius"

Gerettet - aber wohin dürfen die Schiffbrüchigen an Land gehen?

EU-weite Lösung gefordert

Der Brief ist sowohl an Justizministerin Katarina Barley (SPD) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) gerichtet als auch den nächsten EU-Rat für Justiz und Inneres. Die Hilfsorganisationen fordern, im Mittelmeer geborgene Migranten umgehend nach Europa zu bringen und private Seenotretter besser zu unterstützen. Die EU dürfe zudem nicht länger dulden, dass Überlebende von der libyschen Küstenwache zurück in das Krisenland gebracht werden, wo ihnen Folter und Sklaverei drohten.

Weiter heißt es in diesem Appell, dass seit Januar 2018 rund 2500 Frauen, Kinder und Männer im Mittelmeer ertrunken seien. "Währenddessen haben die Staats- und Regierungschefs der EU vor dieser Tragödie ihre Augen verschlossen und sich auf diese Weise daran mitschuldig gemacht."

Jedes mal auf´s Neue

Die Unterzeichneten erklären, dass seit Sommer 2018 die Häfen in Italien und Malta für Schutzsuchende weitgehend geschlossen bleiben. Sie kritisieren, dass Schiffe erst dann an Land dürften, wenn andere Mitgliedstaaten der EU sich bereit erklärten die Schutzsuchenden an Bord aufzunehmen.

Das Schiff "Sea-Watch" unterwegs auf dem Mittelmeer.

Ein sicherer Hafen - für Hilfsschiffe auf dem Mittelmeer oft nicht möglich

Statt für jedes ankommende Rettungsschiff neu zu verhandeln, sollten die EU-Staaten "unverzüglich" einen verbindlichen Verteilungsschlüssel für Schutzsuchende festlegen, so der Appell: "Das menschenunwürdige Geschachere auf höchster politischer Ebene bei jedem Schiff muss aufhören. Das Abdrücken der Verantwortung auf die EU-Grenzstaaten muss enden."

Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes gehören Pro Asyl, SOS Méditerranée, Ärzte ohne Grenzen, Human Rights Watch oder Caritas Europa.  

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