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Internationale Wochen gegen Rassismus 12.-25. März Zivilgesellschaft muss aufstehen

"Ein rassistisches Europa ist ohne Zukunft", erklärte Jürgen Micksch, Initiator der Wochen gegen Rassismus. In Deutschland habe es 2017 mehr als 2.200 tätliche Angriffe auf Geflüchtete gegeben, sagte Miksch.

Etwa 1.500 der gemeldeten Straftaten seien antisemitisch und mehr als 1.000 antimuslimisch motiviert gewesen. "Die Zivilgesellschaft muss aufstehen, forderte Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus. "Schulen, Universitäten, Sportvereine, Kommunen oder Religionsgemeinschaften sind zum Engagement herausgefordert."

Angriffe auf Flüchtlinge: In Deutschland hat es im Jahr 2017 rund 1.900 Angriffe auf Flüchtlinge und rund 300 Anschläge und Überfälle auf Unterkünfte gegeben. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Zu den Delikten gehören gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Volksverhetzung, Hausfriedensbruch, schwere Brandstiftung und Sprengstoffexplosionen. Im Vergleich zu 2016 sank die Zahl um etwa 1.300 Fälle.

100 Prozent Menschenwürde

Die UN-Wochen gegen Rassismus finden vom 12. bis 25. März unter dem Motto "100 Prozent Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus" statt. Die bundesweite Auftaktveranstaltung ist am 12. März in Dresden. Hauptthema des Eröffnungsabends ist die "Islamfeindlichkeit". Am 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus.

Offene Moscheen

Bundesweit sind mehr als 2.000 Konzerte, Vorträge oder Poetry Slams geplant. Viele Moscheegemeinden laden am 16. März zwischen 12 und 13 Uhr zum Freitagsgebet ein. In den Predigten soll es um die Überwindung von Rassismus gehen. Bei der zentralen Veranstaltung in der Assadaka Moschee in Hessen spricht erstmals ein jüdischer Vertreter zu einer Moscheegemeinde.

Angriffe auf Juden: Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland 1.500 politisch motivierte Straftaten mit antisemitischem Hintergrund. Das sind ungefähr soviel wie 2016, aber mehr als 2015. Bei 1377 aller Delikte gehen die Behörden von rechts motivierten Tätern aus, wie die Bundesregierung auf Fragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) mitteilte.


Rassismus gegenüber Schwarzen

Auch die Bundeswehr bietet zum ersten Mal innerhalb der Aktionswochen eine Veranstaltung an: Am 22. März um 14 Uhr findet in der Helmut Schmidt Universität in Hamburg eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion zum Rassismus gegenüber Schwarzen statt. Referentin ist die Fernsehmoderatorin Jana Pareigis. Sie ist die diesjährige Botschafterin der UN-Wochen gegen Rassismus.

Angriffe auf Muslime: Die Behörden registrierten im vergangenen Jahr mehr als 1.000 Straftaten mit islamfeindlichem Hintergrund. Bei Angriffen wurden demnach insgesamt 33 Menschen verletzt. Zu den Straftaten zählen Hetze gegen Muslime oder muslimische Flüchtlinge im Netz – sogenannte Hasskommentare, Drohbriefe, Angriff auf Kopftuch tragende Frauen oder muslimische Männer auf der der Straße, aber auch Sachbeschädigung und Nazi-Schmierereien an Häusern und Moscheen.