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Schwarzarbeit Flüchtlingsströme könnten Schattenwirtschaft fördern

Ob als Tellerwäscher, Putzhilfe, Maler oder Schreibkraft – Schwarzarbeit geht in Deutschland immer mehr zurück. Der Zuzug von Flüchtlingen könnte dies abbremsen, so eine Studie.

Die illegale Beschäftigung in Deutschland ist einer Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) und der Universität Linz zufolge dank der guten Konjunktur etwas rückläufig. Die Studie wird alljährlich vorgelegt. Der Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft an der Wirtschaftsleistung werde 2016 schätzungsweise um 0,4 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent sinken. Immer weniger Beschäftigte wollten laut Autor Friedrich Schneider schwarzarbeiten, da sie in der guten Wirtschaftslage mehr verdienten.   

Für viele Flüchtlinge ist Schwarzarbeit einzige Möglichkeit

Flüchtlinge mit Besen

Viele Flüchtlinge suchen Arbeit

Der Rückgang der Schwarzarbeit könnte den Studienautoren zufolge allerdings durch den Flüchtlingszuzug abgebremst werden. Sie rechnen verschiedene Modelle durch, denen zufolge zwischen 100 000 und 300 000 Flüchtlinge illegal beschäftigt sein werden, etwa als Putzkraft oder Hilfsarbeiter auf dem Bau. „Wegen der fehlenden Deutschkenntnisse vieler Schutzsuchender ist es wahrscheinlich, dass es zunächst Jobs im Niedriglohn-Sektor sein werden“, sagt Schneider.  

Nichtstun fördert Schwarzarbeit

Am plausibelsten sei wohl die Zahl 300 000. Das entspräche einer Wertschöpfung von 2,16 Milliarden Euro. „Die Flüchtlinge sind monatelang in ihren Unterkünften zum Nichtstun verdammt, also ist es doch naheliegend, dass sie irgendwann raus wollen und sich als Schwarzarbeiter verdingen“, sagt Schneider, der in Linz als Professor für Volkswirtschaftslehre arbeitet.  

Flüchtlingspotenziale

Immer mehr legale Arbeit

Schnell legale Arbeitsmöglichkeiten nötig

Schneider und Co-Autor Bernhard Boockmann appellierten an die Politik, eine rasche legale Beschäftigung zu ermöglichen. „Man sollte darüber nachdenken, Flüchtlingen schnell eine zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis zu erteilen“, sagt Schneider. Eine solche eingeschränkte Erlaubnis könnte zunächst für einfache Tätigkeiten gelten. Später könnten die Flüchtlinge die Erlaubnis erhalten, auch höherwertige Stellen anzutreten, wenn Qualifikationen nachgewiesen seien, etwa als Handwerker, Arzt oder Verkäufer.

Der Anteil der Schattenwirtschaft  am Bruttoinlandsprodukt ist laut der Studie so niedrig wie noch nie seit Beginn der Studienstatistik 1995. In der Schattenwirtschaft werden der Schätzung zufolge in diesem Jahr Leistungen im Wert von 336 Milliarden Euro erbracht, 3,35 Milliarden Euro weniger als 2015. Unter Schattenwirtschaft versteht man Schwarzarbeit - also zumeist Bezahlung in bar ohne Rechnung -, aber auch andere Formen der illegalen Beschäftigung, etwa wenn osteuropäische Subunternehmer auf deutschen Baustellen den Mindestlohn unterschreiten.