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Flüchtlingspolitik Psychotherapeuten halten Asylbewerbergesetz für inhuman

Die Psychotherapeuten in Deutschland haben die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als „inhuman und fachlich falsch“ kritisiert. „Die Regelungen zur gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen sind mangelhaft“, so der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz.

Eine dunkelhäutige Frau hält die Hände vor das Gesicht

Viele Flüchtlinge leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen

Schon nach dem Asylbewerberleistungsgesetz werde psychotherapeutische Hilfe bei psychischen Erkrankungen häufig als nicht medizinisch notwendig verweigert, erklärte Munz in einem Gastbeitrag für den Bremer „Weserkurier“.

Bei schwerem Trauma ist eine Psychotherapie notwendig

Nach dem seit März 2016 geltenden Gesetz zur Einführung beschleunigter Asylverfahren stellten sogar posttraumatische Belastungsstörungen keine erhebliche Gefahr für Leib und Leben mehr dar, erläuterte Munz: „Das ist eine haarsträubende Fehleinschätzung.“ Ohne Psychotherapie sei ein schweres Trauma nicht wirksam zu behandeln.


Etwa 40 Prozent der Flüchtlinge haben Selbstmordgedanken

Rund 40 Prozent der traumatisierten Flüchtlinge hätten bereits Pläne gehabt, sich das Leben zu nehmen oder hätten versucht, sich zu töten, schreibt der in Stuttgart praktizierende Experte. Es sei deshalb unverantwortlich, dass Flüchtlinge trotz vorliegender posttraumatischer Belastungsstörung sogar abgeschoben würden.

Psychotherapeuten werden bei Asylverfahren ausgeschlossen 

Psychotherapeuten seien wegen ihrer Kritik an der inhumanen Flüchtlingspolitik der Regierung Zug um Zug aus den asylrechtlichen Verfahren ausgeschlossen worden, bemängelte Munz. Mit dem „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ plane Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nun, Psychotherapeuten grundsätzlich von Gutachten auszuschließen, mit denen die psychische Gesundheit von Asylsuchenden festgestellt werde.