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OECD - Bericht Deutliche Fortschritte bei der Integration

Zuwanderer in Deutschland sind einer OECD-Studie zufolge heute besser wirtschaftlich und sozial integriert als vor zehn Jahren. Gleichzeitig sind heute mehr Menschen der Meinung, dass das Land von Migration profitiert, als noch zu Beginn des Jahrhunderts, so der Bericht.

Dies gilt für die Erwerbssituation, den Bildungserfolg und das Armutsrisiko wie auch für die Erfahrung von Diskriminierung, wie aus einer Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. "Insgesamt ist der Trend bei der Integration von Zuwanderern in Deutschland positiv", sagte OECD- Migrationsexperte Thomas Liebig, bei der Vorstellung der Studie "Integration von Zuwanderern: Indikatoren 2018".

Eine Krankenschwester kümmert sich um eine schwangere Frau

Ausländische Fachkräfte in Deutschland

Positive Entwicklung

Besonders positiv hat sich der Studie zufolge im vergangenen Jahrzehnt die Erwerbssituation für Zuwanderer entwickelt. So ist bei der Gruppe der im Ausland Geborenen die Beschäftigungsquote zwischen 2006 und 2017 von 59 Prozent auf über 67 Prozent gestiegen. Allerdings liege der Abstand zur im Inland geborenen Bevölkerung bei 8,7 Prozentpunkten. Die Arbeitslosenquote aller im Ausland Geborenen hat sich in Deutschland zwischen 2006 und 2017 mehr als halbiert und lag 2017 bei 6,9 Prozent.

Bildung: Licht und Schatten

Im Bildungsbereich liegt der Anteil der Zuwanderer mit hohem Bildungsabschluss mit 23 Prozent weiterhin deutlich unter dem OECD und EU-Schnitt und unter dem Anteil bei im Inland Geborenen. Zugleich ist der Anteil Geringqualifizierter in Deutschland mit 48 Prozent besonders hoch. Allerdings weist die Statistik bei jungen Migranten und Neuzugewanderten einen positiven Trend aus. Zugleich liege der Anteil der 15- bis 34-jährigen in Deutschland geborenen Kinder von Migranten, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung seien, mit zehn Prozent so niedrig wie in keinem anderen EU-Land.

Integrationskurs

Integrationskurs

Handlungsbedarf

Defizite bestünden noch beim Zugang zu qualifizierten Jobs, heißt es in dem Bericht der OECD. Aktuell seien in Deutschland mehr Menschen der Meinung, dass das Land von Zuwanderung profitiert als noch zu Beginn des Jahrhunderts. Es bestehe aber weiterhin Handlungsbedarf vor allem bei Geringqualifizierten, Frauen sowie Kindern von niedrigqualifizierten Zuwanderern, betonte Liebig. Weitere Anstrengungen seien besonders im Arbeits- und Bildungsbereich dringend erforderlich, sagte Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Annette Widmann - Mauz (CDU). "Wir müssen bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen besser werden und Frauen stärken, ihre Rechte besser wahrzunehmen", so Mauz. Außerdem sei auch die Sprachförderung in Kitas und Schulen wichtig.

Migranten in Deutschland

Der Studie zufolge sind knapp 13 Millionen Menschen, die in Deutschland leben, im Ausland geboren. Das entspricht rund 16 Prozent der Gesamtbevölkerung. Gut ein Fünftel der Zuwanderer (22 Prozent) lebt den Angaben zufolge weniger als fünf Jahre in Deutschland.


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