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Holocaust Bundestag gedenkt der Opfer

Der Bundestag hat der NS-Opfer gedacht. Der israelische Historiker und Holocaust-Überlebende Saul Friedländer mahnte zur Wachsamkeit, ebenso Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.

Zu Beginn der Gedenkstunde rief Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zum Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit auf. Auch in der deutschen Gesellschaft existierten noch gefährliche Stereotypen und Vorurteile, es gebe Ausgrenzung und Antisemitismus, sagte er.

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Holocaust-Gedenken - Wolfgang Schäuble zu Erinnerungskultur

Wolfskämpf, Vera

Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zum Umgang mit der Geschichte - Erinnerungskultur ist auch staatliche Aufgabe

Ein Überlebender mahnt und warnt

Der Historiker Saul Friedländer war der Hauptredner der Gedenkstunde. Friedländer verlor seine Eltern in Ausschwitz. Die Familie lebte in Prag, als die Deutschen 1939 die Tschechoslowakei besetzten, flüchtete sie nach Frankreich. Als es dort auch unsicher wurde, versuchten die Eltern 1942 in die Schweiz zu fliehen.  Den noch nicht Zehnjährigen versteckten sie letztlich in einem katholischen Knabenseminar. Angekommen in der Schweiz wurden die Eltern zurückgeschickt und schließlich nach Auschwitz deportiert.

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Holocaust-Gedenken - Saul Friedländer über persönliche Geschichte

Wolfskämpf, Vera

Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag, Hauptredner Prof. Saul Friedländer erzählt von seiner Geschichte: Die Eltern hatten ihn zu seinem Schutz in einem katholischen Internat gelassen, sie warteten auf ihre Flucht in die Schweiz... <br />Friedländer überlebte den Holocaust in seinem Versteck, die Eltern wurden in Auschwitz ermordet.

Umso eindringlicher warnte Friedländer im Bundestag davor, das Existenzrecht Israels heute infrage zu stellen, sowie vor Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus.  Deutschland bezeichnete dank seiner langjährigen Wandlung seit dem Zweiten Weltkrieg als Bollwerk gegen all die Gefahren.

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Holocaust-Gedenken: Saul Friedländer zu Antisemitismus und Nationalismus

Wolfskämpf, Vera

Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag, Hauptredner Prof. Saul Friedländer sieht Antisemitismus, Fremdenhass, Nationalismus in besorgniserregender Weise auf dem Vormarsch

Friedländer wurde erst nach dem Krieg von einem katholischen Priester über den Holocaust aufgeklärt. Seine Eltern hatten vor ihrer Flucht zugestimmt, dass ihr Sohn im Internat katholisch getauft und erzogen wurde. Er konvertierte in der Folge zum Judentum und wanderte nach Palästina aus. Dort erlebte er die Gründung des israelischen Staates. Nach einem Studium der Politikwissenschaft in Tel Aviv und Paris begann er seine akademische Laufbahn in Genf, wo er 1967 Professor wurde. Später übernahm er Geschichts-Professuren in Tel Aviv und Los Angeles.

Der Bundestag gedenkt traditionell zum Holocaust-Gedenktag der Millionen Opfer des Nazi-Regimes. Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Allein dort wurden mehr als eine Million Menschen getötet.