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Neue Studie Auswirkungen der Entwicklungshilfe

Die Entwicklungshilfe kann die Entscheidung für Migration unterschiedlich beeinflussen. Wenn die öffentlichen Dienstleistungen in den ärmeren Ländern durch die Entwicklungshilfe verbessert werden, dann nehmen die Menschen auch Abstand davon, ihre Heimat zu verlassen.

Ackerbau im Senegal

Ackerbau im Senegal

Erst bei einem relativ hohen Entwicklungsniveau würden steigende Einkommen wieder einen Anreiz bieten, im eigenen Land zu bleiben, da die erwarteten Einkommensgewinne im Ausland geringer würden, so das Ergebnis der Studie "Mercator Dialogue on Asylum and Migration" des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Es ging dabei um die Frage, welche Auswirkungen die Entwicklungshilfe auf die Migration hat.

Allheilmittel Entwicklungshilfe?

In der Flüchtlingsdebatte sei häufig zu hören, dass Entwicklungshilfe auch Menschen davon abhalte, ein besseres Leben in Europa zu suchen, so die Studie. Daher werde Entwicklungshilfe in der Politik als wichtiges Mittel zur "Fluchtursachenbekämpfung" angesehen, so die Forscher. Die Forschungsergebnisse haben nach Aussage der IfW - Wissenschaftler jedoch gezeigt, dass Entwicklungshilfe die Entscheidungen zur Migration unterschiedlich beeinflusst.

ein mann aus afrika steht an einer maschine

Bessere berufliche Ausbildung

Steigerung der Lebensqualität

Die Studie hat die Daten von 25 Geberländern und 129 Empfängerländern untersucht. Die Forscher stellten dabei fest, dass eine erhöhte Entwicklungshilfe, die Lebensqualität verbessert und zu sinkenden Auswanderungsraten führt. Dazu zählen unter anderem bessere Schulen, saubere Luft und zuverlässige staatliche Institutionen.

Weniger Auswanderung?

Um eine bemerkbare Senkung der Auswanderungsraten zu erreichen, müssten aber die Fördermittel allerdings "unrealistisch hoch" sein. Selbst die Verdoppelung einer solchen gezielt eingesetzten Entwicklungshilfe würde die Auswanderungsraten nur um 10 bis 15 Prozent senken.

Naherei in Asien

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Priorität: Armutsbekämpfung

Die Entwicklungshilfe sei nur einer von vielen Faktoren, die Migration beeinflussen, sagte IfW - Wissenschaftler Rainer Thiele. Menschen wanderten auch aus Not aus. "Sie fliehen vor Gewalt, Dürre oder dem Fehlen jeglicher, wirtschaftlicher Möglichkeiten." Vorrangiges Ziel der Entwicklungshilfe müsse daher die Armutsbekämpfung bleiben. Thiele warnte davor, Entwicklungshilfe auf ein Mittel zur Verhinderung von Migration zu reduzieren.

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