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Ausstellung im Kunstgebäude Stuttgart Bilder des Grauens - Assads Folteropfer

Es sind Bilder aus Syrien, die die Welt schockieren. Die sogenannten "Caesar-Fotos" zeigen Folteropfer des Assad-Regimes. Ein ehemaliger Militärfotograf hat sie aus dem Land geschmuggelt. Bis zum 11. Juli sind sie im Kunstgebäude in Stuttgart zu sehen.

Eine nackte Frau wird an Händen und Füßen an die Decke gehängt, Fäden leiten elektrische Schocks in ihre Vagina. Um sie herum sitzen Männer, die ihr Leiden mit ansehen müssen. Das ist bis heute eine gängige, vom syrischen Regime praktizierte Foltermethode. Eine von vielen, wie Abeer Farhoud erzählt.

Die Bildhauerin erfuhr das am eigenen Leib. In der Stuttgarter Caesar-Ausstellung präsentiert Farhoud nun vier Installationen, die sich mit der Thematik beschäftigen. Sie sind ein Versuch, den Horror, der sich auch jetzt in dieser Sekunde dort abspielt, widerzuspiegeln, offenzulegen, der Welt zu zeigen.

Nachdem "Caesar", ein syrischer Militärfotograf, 2013 zur Flucht aufbrach und den Bilderbeweis für Assads Gräueltaten in Form von USB-Sticks über diverse Ländergrenzen schmuggelte, standen er und seine Familie unter Lebensgefahr. Nun lebt er im Untergrund. In Europa angekommen, wandte er sich an Garance Le Caisne.

Die französische Journalistin ist die einzige Kontaktperson Caesars, er vertraute ihr seine Erlebnisse an, die beiden schreiben ein Buch. Darin berichtet er von seinem gefährlichen Einsatz und legt detaillierte Informationen über die Vorfälle im syrischen Bürgerkrieg offen. Zusätzlich interviewte Le Caisne für ihr Buch überlebende ehemalige Insassen syrischer Gefängnisse, die "Caesars" Aussagen bestätigten.

Um "Caesar", Le Caisne, Farhoud, und den Menschenrechtsanwalt Alkasem entstand eine Gruppe von Aktivisten, die als "Caesar-Group" bekannt ist. Zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung BW, der Vorsitzenden Heike Schiller und der Journalistin Tina Fuchs, stellte sie die Ausstellung "Die Caesar-Photos" auf die Beine.