Bitte warten...

Ausländer in Deutschland Armutsrisiko gestiegen

Immer mehr Menschen mit ausländischem Pass sind arm. Das geht aus einer neuen Untersuchung des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen hervor.

Viele Menschen in einer Passage

Armutsrisiko bei Ausländern gestiegen

Die Armutsgefahr in Deutschland ist demnach in den vergangenen zehn Jahren unter den ausländischen Bürgern gewachsen. Mehr als ein Drittel der in Deutschland lebenden Ausländer (36,2 Prozent) ist arm, so ein Ergebnis der Studie.   

Das Armutsrisiko der deutschen Bevölkerung ist hingegen gesunken. Dies allerdings nur leicht – von 13,9 % im Jahr 2013 auf 13,1 % im Jahr 2017.

Die Zunahme des Armutsrisikos von Ausländern seit 2015 liegt vor allem daran, dass die im Zuge der Flüchtlingsbewegung jüngst Zugewanderten einen wachsenden Anteil an der ausländischen Bevölkerung bzw. der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland ausmachen und in der Mehrheit weit unterhalb der Armutsgrenze leben müssen.

"Es kann keine Rede davon sein, dass es den Menschen, die in Deutschland ohne deutschen Pass leben, gut oder sogar zu gut geht“, sagte der Soziologie-Professor Gerhard Bäcker.

Die Gründe: Flüchtlinge, Asylbewerber und Schutzsuchende haben in aller Regel keine Arbeitserlaubnis und sind auf die niedrigen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen. Migranten mit Arbeitserlaubnis sind überproportional häufig Arbeitslosigkeit betroffen oder sind im Niedriglohnsektor des Arbeitsmarktes beschäftigt.

In Deutschland liegt die Armutsgefährdung der Bevölkerung insgesamt im Jahr 2017 bei 15,8 %. Gegenüber dem Jahr 2006 (14,0 %) ist das Armutsrisiko damit um 12,9 % angestiegen.