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Arbeitsmarktintegration Vereinbarung soll Migranten bei Jobsuche fördern

Die Chancen von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt sollen durch eine engere Zusammenarbeit zwischen Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) weiter verbessert werden.

Flüchtlingspotenziale

Mauern will gelernt sein

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), und BA-Chef Detlef Scheele unterzeichneten am Montag eine Kooperationsvereinbarung, um die Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern voranzutreiben. Die Vereinbarung begründet laut der BA und der Integrationsbeauftragten "erstmalig eine auf Dauer ausgerichtete Zusammenarbeit", um die Chancen von Migranten auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und Risiken für Diskriminierung abzubauen.

Die Kooperation zielt beispielsweise auf die Unterstützung beim Übergang zwischen Schule und Beruf. Besonders gefördert werden sollen zudem Frauen mit Migrationshintergrund. "Arbeit ist ein Schlüssel für Integration und hilft dabei, gesellschaftlich Fuß zu fassen", erklärte Widmann-Mauz. BA-Chef Scheele hob hervor, dass der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands auch davon abhänge, "dass es gelingt, möglichst das gesamte Fachkräftepotenzial in unserem Land auszuschöpfen". Vor allem junge Migranten und deren Eltern sollten noch besser informiert, beraten und auf dem Weg von der Schule in den Beruf unterstützt werden.

In Deutschland lebten 2016 rund 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht fast 22 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Gleichzeitig verzeichnet Deutschland in den vergangenen Jahren eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere aus den EU-Ländern und den Krisenregionen der Welt. Viele Faktoren führen dazu, dass Menschen mit Migrationsgeschichte etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Personen ohne Migrationshintergrund.

Prinzipiell ist der deutsche Arbeitsmarkt seit Jahren sehr stark. Die riesige Beschäftigungsmaschine der Exportwirtschaft, zuletzt aber auch eine starke Binnenkonjunktur haben dazu geführt, dass Mitte des vergangenen Jahrzehnts rund fünf Millionen neue Jobs entstanden sind. Tatsächlich waren Zuwanderer aus den östlichen EU-Staaten, aber auch aus dem Süden der Union zuletzt kaum häufiger arbeitslos als deutsche Staatsbürger.

Zwar verläuft die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt langsam, aber mehr und mehr Geflüchtete sprechen gut Deutsch, und 35 Prozent der Erwerbsfähigen haben inzwischen eine Arbeit, wie aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht.

Zehntausende nach Deutschland geflüchtete Menschen werden nach Ansicht des Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, in diesem Jahr einen Job finden. Es werden ungefähr zwischen 60 Tausend und 70 Tausend sein, die derzeit als arbeitssuchend oder arbeitslos gemeldet sind, wie er am Montag auf einer Jobmesse für Geflüchtete in Berlin sagte. «Ich glaube vor allen Dingen, dass es uns wieder gelingt, viele jugendliche Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen.» Bei der Flüchtlingsintegration werde es etwas besser weitergehen als in den vergangenen Jahren. Scheele führt das auf den Spracherwerb zurück, der sich mit den Jahren verfestige.

370 000 Menschen aus den Asylherkunftsländern - das sind Syrien, Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Somalia, Nigeria und Eritrea - haben laut Bundesagentur für Arbeit zurzeit einen Job. Das seien
100 000 mehr als ein Jahr zuvor. Zugleich seien 600 000 erwerbsfähige Geflüchtete bei den Jobcentern registriert.