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Ausländische Pflegekräfte Anwerbeprogramme laufen schleppend

Mit Hilfe mehrerer Anwerbeprogramme hat die Agentur für Arbeit in den vergangenen sechs Jahren rund 2.500 Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland vermittelt. In der Branche fehlen 30.000 Fachkräfte.

ein junger Asiate mit einer Seniorin im Pflöegeheim

Altenpfleger aus China

Die Bilanz der Programme scheint allerdings sehr unterschiedlich zu sein. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem «RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. So konnten von 2013 bis Oktober 2018 insgesamt knapp 2.400 Pflegekräfte aus Bosnien Herzegowina, Serbien, Tunesien und den Philippinen angeworben worden. Aus China wurden in einem weiteren Anwerbeprojekt aber lediglich 40 Pfleger gewonnen. Aus Mexiko konnten bisher 85 qualifizierte Mitarbeiter an Arbeitgeber in Deutschland vermittelt werden.

Frau misst Blutdruck

Altenpflegerin misst Blutdruck

Kritik von den Liberalen

Die FDP kritisierte die Vermittlungsbilanz. Angesichts von aktuell rund 30.000 offenen Stellen in der Pflege seien die Ergebnisse völlig unbefriedigend, sagte die Pflegeexpertin Nicole Westig.. "Die bisherigen Anwerbungsprogramme sind entweder ineffizient oder nicht weitreichend genug." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse endlich seine Ankündigung aus dem Sommer umsetzen, eine stärkere Anwerbung von ausländischen Pflegekräften zu betreiben.

Junge Frau kümmert sich um pflegebedürftigen Senior

(Symbolbild)

Ein Baustein für die Lösung

Das Anwerbungsprogramm allein könne zwar den Pflegenotstand nicht beheben, sagte die FDP-Politikerin. Sie sei aber ein Baustein dazu. Westig forderte die Bundesregierung darüber hinaus auf, die Anerkennungsverfahren für Berufsabschlüsse zu verkürzen. Es könne nicht sein, dass Pflegeeinrichtungen und ausländische Pflegekräfte teilweise mehr als neun Monate auf die Erteilung einer Arbeitserlaubnis warten müssten, sagte Westig.

Erste Absolventen in Baden-Württemberg

Der erste Jahrgang des Kosovo-Ausbildungsprojektes des Diakonischen Werk Württembergs hat vor kurzem seine Ausbildung beendet. Rund 145 weitere junge Menschen aus dem Kosovo sind noch in Ausbildung, dazu zehn im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Altenpflege. Im Herbst 2019 beginnen rund hundert Kosovaren ihre Ausbildung in Baden-Württemberg.