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Aktuelle Studie Wer wählt Rechtspopulisten

Rechtspopulisten wie die AfD in Deutschland haben gute Chancen nach der Wahl im am 24. September in den Bundestag einzuziehen. Die Prognose lautet momentan 8 bis 10 Prozent. Doch wer wählt die AfD?

Europas Rechtspopulisten - Marine Le Pen in Frankreich, Geert Wilders in Holland und Frauke Petry in Deutschland

Europas Rechtspopulisten

Abstiegsängste und Unsicherheit über die eigene Zukunft lassen Wähler ihr Kreuz bei der AfD machen. Nach einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung stehen AfD-Wähler durchweg nicht schlechter da als der Bevölkerungsdurchschnitt. Sie haben aber größere Befürchtungen, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren.

Angst vor dem sozialen Abstieg

„Neben einfachen Einkommensschichten wählen auch obere Einkommensschichten verstärkt AfD“, schreiben die Autoren der Studie. Der AfD sei es also gelungen, die besser gebildeten, höheren Schichten aus der Lucke-Ära zu behalten, schlussfolgert der Demoskop und Leiter der Studie Richard Hilmer. Die Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeichnet ein interessantes Psychogramm des typischen AfD-Wählers. Der sei, wie Hilmer erklärt, unzufriedener, ordne sich unabhängig von seinem jeweiligen realen Einkommen in der Gesellschaft niedriger ein und gebe überdurchschnittlich häufig an, im Vergleich zu seinen Eltern einen sozialen Abstieg erlebt zu haben.

Skeptischer, ängstlicher, unsicherer

Man fürchte in besonderem Maße Jobverlust oder das Abrutschen in unsichere Beschäftigungsverhältnisse und habe eine größere Angst vor Gewalt und Kriminalität im Lebensumfeld als andere Wähler, so ein Ergebnis der Studie. Auch fühlten sich AfD-Wähler fremd im eigenen Land, fremdbestimmt und habe das Gefühl die Kontrolle über sein Leben zu verlieren und dies nicht beeinflussen zu können. Vor allem fürchte man Globalisierung, offene Grenzen und Zuwanderung. AfD-Wähler zweifelten am Funktionieren der Demokratie und an der Glaubwürdigkeit von Medien und politischer Institutionen.

Fehlentwicklungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Situation im Job spiele eine wichtige Rolle dafür, ob rechtspopulistische Parteien als attraktiv wahrgenommen werden. Wessen Beschäftigungsverhältnis von einem Tarifvertrag geregelt wird, sei weniger anfällig, so die Studie.