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8. Integrationsgipfel Zahl pflegebedürftiger Migranten verdoppelt sich

Im Schatten der Anschläge von Paris hat in Berlin der achte Integrationsgipfel stattgefunden. Thema: Gesundheit und Pflege von  Migranten.

Hand einer alten Frau umklammert Arm der Pflegerin (nah)

Wer pflegt alte Migranten?

Es gibt noch einiges zu tun. Das vorneweg als Fazit: Die Zahlen sprechen zudem für sich. Nach Angaben von Aydan Özoguz (SPD), der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, leben bereits heute mehr als 1,5 Millionen Senioren mit Einwanderungsbiografien in Deutschland. Diese Zahl werde auf schätzungsweise 3,5 Millionen im Jahr 2032 steigen.

Zudem hat der Sachverständigenrat Migration ebenfalls eine Untersuchung veröffentlicht: Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund bis 2030 nahezu verdoppelt - von 258.000 im Jahr 2013 auf dann 481.000.

Kultursensible Pflege immer wichtiger

Der Untersuchung zufolge finden es ein Viertel der Spätaussiedler und die Hälfte der türkischstämmigen Menschen wichtig, dass die Pflegekraft die jeweilige Muttersprache spricht. Der kulturelle Hintergrund und auch die Religion der Pflegekraft sind den meisten Befragten dagegen eher unwichtig.

Allerdings wünschen sich dreimal so viele Muslime eine Pflegekraft mit der gleichen Religionszugehörigkeit (27 Prozent) wie christliche Befragte (neun Prozent). Rund 74 Prozent der muslimischen Frauen wollen im Alter auch von einer Frau gepflegt werden. Bei christlichen Frauen sind dem demgegenüber 51 Prozent und bei denjenigen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, 33 Prozent.

Junge Frau kümmert sich um pflegebedürftigen Senior

Migranten für den Altenpflegeberuf gewinnen

Am Gipfel haben über hundert Teilnehmer aus dem Gesundheitswesen und Migrantenverbänden sowie Kirchen, Verbänden und Verwaltung teilgenommen. Einig war man sich darüber, dass eine weitere Öffnung des Gesundheitswesens für Einwanderer nötig sei, ihre Einbeziehung in Präventionsangebote und eine Pflege, die auf die Bedürfnisse alter Menschen aus anderen Kulturen eingeht. Weiteres wichtiges Thema ist die Gesundheit von Flüchtlingen.

Genauso wollen alle stärker dafür werben, dass mehr Migranten eine Ausbildung in Gesundheitsberufen anstreben.

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