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21. März Internationaler Tag gegen Rassismus

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit – weltweit werden nach wie vor vielerorts Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft verfolgt. Der Internationale Tag gegen Rassismus soll daran erinnern. Anlass ist ein Massaker an schwarzen Demonstranten in Südafrika im Jahr 1960.

Schüsse auf unbewaffnete Schwarze. Am 21. März 1960 lässt ein südafrikanischer Polizeioffizier im Township Sharpeville das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnen, die gegen das rassistische Apartheidregime protestieren wollen. Fast siebzig von ihnen sterben im Kugelhagel, hunderte werden verletzt. Das Massaker von Sharpeville nehmen die Vereinten Nationen zum Anlass, um sechs Jahre später den Internationalen Tag gegen Rassismus auszurufen. Schon ein Jahr vorher hatten die UN die Konvention gegen Rassendiskriminierung beschlossen.

Christian Stecker vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung definiert Rassismus so: "Rassismus kann man letztlich als eine Ideologie fassen, die annimmt, dass es höherwertige und minderwertige Rassen gibt und man kann diese Idee, dass einige Gruppen weniger wert sind als andere, auch auf andere Eigenschaften erweitern, wie beispielsweise auf die Ethnie oder auf die Nationalität."

Rassismus hat lange Geschichte

Wichtig sind also bei Rassismus immer zwei Gedanken: Erstens, man macht aus ganz unterschiedlichen Menschen eine scheinbar einheitliche Gruppe, und zweitens, die stellt man als minderwertig dar. Rassismus hat eine lange Geschichte. Ende des 17. Jahrhunderts war der Begriff der "Rasse" noch naturwissenschaftlich geprägt – in erster Linie zur Kategorisierung von Tieren. Das änderte sich während der Zeit des Kolonialismus. Menschen schwarzer Hautfarbe wurden als "primitiv" bezeichnet – Damit ließen sich Ausbeutung und Versklavung leichter rechtfertigen. Die Nationalsozialisten konstruierten um ihren Antisemitismus sogar eine ganze Rassenlehre und entsprechende Gesetze.

Kultureller Rassismus

Wissenschaftlich gesehen, gelten die Theorien über verschiedene menschliche Rassen übrigens schon lange als unhaltbar. Kritiker nannten sie schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts "Mythos" und "Aberglauben" und prägten den Begriff "Rassismus", um auf Distanz zu gehen. Heutzutage geht es viel stärker um kulturellen Rassismus – das heißt, Menschen werden aufgrund ihrer Kultur, ihrer Herkunft oder auch ihrer religiösen Überzeugung diskriminiert. Es gibt also nicht den einen Rassismus, sondern verschieden ausgeprägte Rassismen.

Für den Mannheimer Sozialwissenschaftler Christian Stecker ist der gemeinsame Nenner: "Die Herabstufung anderer Menschen auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit."

Autor: Mark Kleber