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Italien/Griechenland 2017 - Deutlich weniger Flüchtlinge

Im vergangenen Jahr sind die Flüchtlingszahlen in Italien und Griechenland im Vergleich zu 2016 deutlich zurückgegangen. Hilfs-und Flüchtlingsorganisationen kritisieren die Zustände in Libyen.

In Italien kamen 2017 dem Innenministerium zufolge rund 119.000 Flüchtlinge an – 2016 waren es noch mehr als 180.000 Migranten gewesen. So ging die Zahl der Geflüchteten rund um einen Drittel zurück.

Abkommen verhindert Flucht

Auch in Griechenland ging die Zahl der Flüchtlinge zurück. Der Grund: das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei. Knapp 30.000 Geflüchtete setzten von der Türkei aus zu den griechischen Inseln über. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren 2016 noch 173.450 Migranten auf den Inseln angekommen.

Flüchtlinge in der Türkei

Flüchtlinge in der Türkei

EU-Türkei Abkommen

Das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei wurde im März 2016 geschlossen. Es sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die auf den Inseln der Ost-Ägäis ankommen, von dort zurück in die Türkei gebracht werden müssen, wenn sie in Griechenland kein Asyl bekommen. Dennoch sind die griechischen Insellager weiter überfüllt. Im Lager Moria auf der Insel Lesbos, das für 2.300 Menschen ausgelegt ist, waren am 1. Januar nach Angaben des Innenministeriums knapp 5.600 Menschen untergebracht.

Italien-Libyen Abkommen

In Italien gingen die Flüchtlingszahlen ab Sommer deutlich zurück. Als Hauptgrund für den Rückgang wird ein Abkommen zwischen Italien und Libyen gesehen. Mit der Hilfe aus Rom soll Libyen die Schlepper bekämpfen und Migranten an der Weiterreise nach Europa hindern und zurückführen.

Flüchtlinge in Libyen

Flüchtlinge in Libyen

Kritik von Menschenrechtlern

Flüchtlings-und Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese Vereinbarung mit Libyen. Dadurch würden Hunderttausende Menschen in Flüchtlingslagern des Bürgerkriegslands festsitzen. Sie seien Folter und Misshandlungen ausgesetzt. Private Seenotretter und Hilfsorganisationen kritisieren ebenfalls Italiens Abkommen mit Libyen, da dies kein sicherer Staat sei. Etliche Seenotrettungen im Mittelmeer stoppten zudem im September ihre Einsätze vor der libyschen Küste, weil Rom die Auflagen für sie verschärfte.

Mittelmeer: "gefährlichste Migrationsroute"
In diesem Jahr sind nach UN-Angaben weltweit über 5.000 Migranten auf ihrem Weg in andere Länder ums Leben gekommen. Die Geflohenen seien entweder auf hoher See ertrunken, in unwirtlichen Wüstengegenden verdurstet oder getötet worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) vor kurzem in Genf mit. Knapp 3.000 von ihnen starben demnach bei der Überquerung des Mittelmeers Richtung Europa. Damit bleibe das Mittelmeer die gefährlichste Migrationsroute. Seit Jahren sterben im Mittelmeer mehr Menschen als auf den anderen Routen. Von Januar 2000 bis Juni 2017 seien knapp 33.800 Todesfälle von Migranten auf dem Mittelmeer erfasst worden, teilte die IOM mit.

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