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Lästige Insekten Deshalb brauchen wir Mücken und Wespen

Stechmücken rauben uns den Schlaf, Wespen nerven beim gemütlichen Treff im Biergarten oder beim Grillen. Doch so lästig uns manche Insekten auch sind: Sie sind alles andere als überflüssig.

Wespen, Ameisen und Stechmücken können uns manchmal ziemlich lästig werden. Wir dürfen das allerdings nicht allein mit der menschlichen Brille sehen, sagt der Insektenkundler Lars Krogmann.

Wespen oder Ameisen: eine wichtige Funktion im Ökosystem

Auch Insekten, die wir nervig finden, wie die Gemeine Wespe oder die Deutsche Wespe, haben im Ökosystem ihre Funktion. Sie sorgen dafür, dass andere Insekten nicht überhandnehmen. Sie erbeuten Fliegen und sind selbst auch Nahrung für bestimmte Vogelarten wie den Wespenbussard oder den Bienenfresser.

Europäische Bienenfresser

Europäische Bienenfresser galten in Deutschland als ausgestorben, sind aber seit den 90er Jahren wieder im Kaiserstuhl beheimatet.

Und: Wespen vertilgen Aas – sie betreiben also Recycling in der Natur.

Vor allem Ameisen gehören unbestritten zu den wichtigsten Bestandteilen der Insektenfauna, weil sie ganz viele schwache und kranke Insekten erbeuten und entfernen. Sie sind eine Art Gesundheitspolizei unserer Wälder und der Gärten.

Ein Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) liegt auf dem Rücken und wird von Roten Waldameisen (Formica rufa) abtransportiert.

Ein Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) liegt auf dem Rücken und wird von Roten Waldameisen (Formica rufa) abtransportiert. 

Stechmückenbekämpfung im Einklang mit der Natur?

Und die lästigen Stechmücken dienen zum Beispiel als Futter für Spinnen und Vögel. Allerdings: In den Tropen und Subtropen übertragen Stechmücken gefährliche Krankheiten wie die Malaria oder das Dengue-Fieber – davor müssen Menschen sich schützen.

Und auch bei uns ist Schluss mit lustig, wenn die Stechmücken zur Landplage werden, findet zumindest Norbert Becker von der KABS – der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage am Oberrhein.

Darum bekämpft die KABS gezielt Stechmücken-Larven – und zwar, wie Becker sagt, möglichst umweltschonend, mit der sogenannten Bti-Methode – mit Eiweißen eines Bodenbakteriums. Die Natur könne das verkraften.

Und Vögel, die vielleicht gelegentlich eine Stechmücke futtern, könnten auch andere Mücken, Käfer oder Blattläuse fressen. Becker hält es deshalb für gerechtfertigt, die Stechmücken vor Ort zumindest einzudämmen – ganz ausrotten könne man sie sowieso nicht.

Eine Mücke sitzt auf einem Finger. Im Hintergrund fliegen etliche weitere Stechmücken.

Auch wenn es für manche Menschen nur schwer vorstellbar ist: Auch Mücken haben ihren Platz im Ökosystem.