Bitte warten...

Studie über 30 Jahre Insektenvielfalt in Großbritannien geht zurück

In Großbritannien gehen viele bestäubende Insektenarten zurück – manche aber profitieren vom Eingriff des Menschen in die Natur. Das haben britische Forscher in einer neuen Studie herausgefunden. Dafür haben sie die Daten von mehr als 700.000 Insekten-Zählungen aus über 30 Jahren ausgewertet.

Es klingt wie eine gute Nachricht: Die Hummel und andere soziale Bienenarten werden in Großbritannien wieder häufiger gefunden – das haben Forscher in einer neuen Studie gezeigt.

Hummeln zum Beispiel sind wichtige Bestäuber für die Landwirtschaft. Die Bemühungen, ihnen wieder einen besseren Lebensraum zu geben, scheinen erfolgreich gewesen zu sein.

Doch das ist nur ein Teil der Ergebnisse der britischen Studie: Gleichzeitig gehen die Zahlen der Schwebfliegen und Bienen, die nicht in Staaten leben, deutlich zurück.

Besonders betroffen: Alleinlebende Bienen- und Schwebfliegenarten

Für die Landwirtschaft sind nicht alle dieser Arten wichtig, für das restliche Ökosystem aber spielen sie eine große Rolle. Die Sichtungen der solitären Bienen- und Schwebfliegenarten gingen laut den Forschern um jeweils etwa 25 % zurück.

gallery-swr-CDQTT

Viele Insekten finden keinen passenden Lebensraum mehr - ein Grund dafür: die intensive Landwirtschaft.

Um das Vorkommen der sozialen und alleinlebenden Bienen- sowie der Schwebfliegenarten seit 1980 zu untersuchen, haben die Wissenschaftler die Ergebnisse von über 700.000 Insektenzählungen aus dem ganzen Land ausgewertet. Insgesamt haben sie sich mehr als 350 Arten angeschaut, die regelmäßig gefunden werden - seltene Arten wurden ausgeklammert.

Manche Arten werden geschützt - viele nicht

Da sich die Herangehensweisen deutlich unterscheiden, gebe es keinen Widerspricht zu früheren Ergebnissen, erklärt Prof. Lars Krogmann vom Staatlichen Naturkunde Museum Stuttgart. Eine Studie aus dem Jahr 2017 war zu dem Ergebnis gekommen, dass es zu diesem Zeitpunkt drei Viertel weniger Insekten in Deutschland gebe als 27 Jahre zuvor. „Man kann diese Zahlen aus den unterschiedlichen Studien nicht vergleichen.", so Krogmann.

gallery-swr-CDQTT

Bestäuber wie diese Garten-Schwebfliege sind für ein funktionierendes Ökosystem sehr wichtig. In der Landwirtschaft spielen sie keine Rolle.

Aus der britischen Studie würde aber klar: „Die intensive Landwirtschaft verändert auch die Zusammensetzung der Insektenarten, die in einem bestimmten Lebensraum vorkommen.“ Auch, weil der Mensch bestimmte Arten schützt und andere nicht.

Profiteure sind zum Beispiel die Hummel und andere soziale Insekten. Arten, die für den Menschen wirtschaftlich nicht nützlich sind, gehen zurück. Krogmann: „Schwebfliegen zum Beispiel sind ökologisch viel relevanter. Aber auch anfälliger, sie benötigen je nach Stadium unterschiedliche Lebensräume.“ Und die werden immer rarer.