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Erinnern Sie sich an Franz-Peter Tebartz-van Elst? Vor genau fünf Jahren setzte ihn der Vatikan als Bischof von Limburg ab.

Das war passiert: 31 Millionen Euro kostete die neue Bischofsresidenz in Limburg - mindestens. Tebartz-van Elst beauftragte allerlei Sonderwünsche für das Gebäude. Allein sechs Millionen Euro ließ er sich seine 285-Quadratmeter-Dienstwohnung kosten.

Ein Fitnessraum mit geplantem Saunabereich, riesige Ankleideräume so groß wie eine Zwei-Zimmer-Wohnung und Regenwalddusche (Kostenpreis mit Wanne 30.000 Euro) im geräumigen Badezimmer. Der Ex-Bischof von Limburg wollte keine halben Sachen machen. Höhepunkt: Ein Zierfisch-Wasserbecken für schlappe 213.000 Euro. Durch die vielen extravaganten Wünsche gingen die ohnehin schon hohen Baukosten durch die Decke.

Badezimmer in der Bischofsresidenz (Foto: picture-alliance / dpa)
30.000 Euro haben alleine Dusche und Badewanne gekostet

Eine Untersuchung ergab schließlich: Tebartz-van Elst missachtete oder umging bei dem Bau der Bischofsresidenz Vorschriften zur Verwendung von Kirchenvermögen. Außerdem wurde ihm nachgewiesen, die Öffentlichkeit über die wirklichen Baukosten belogen zu haben.

Schadensersatz zahlen oder sich dafür verantworten musste Tebartz-van Elst nie. Auf den Kosten blieb das Bistum Limburg sitzen.

Gut bezahlte Stelle im Vatikan erhalten

Nach seiner Abberufung musste ihm das Bistum bis Dezember 2015 ein Ruhestandsgeld von 6.700 Euro brutto pro Monat zahlen. Danach wurde seine Pension neu festgelegt - auf etwa 5.500 Euro. Bereits als Bischof erhielt er jeden Monat knapp über 9.000 Euro.

Der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst (Foto: picture-alliance / dpa)
Der ehemalige Limburger Bischof Tebartz-van Elst

Tebartz-van Elst ging schließlich nach Rom. Dort ist er als „Delegat für Katechese“ im päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung tätig - ein extra für ihn geschaffener Posten im Vatikan. Dafür bekommt er laut Medienberichten zusätzlich 3.000 Euro. Der Rat soll neue Wege entwickeln, die christliche Botschaft in die Welt zu tragen.

Vielleicht gehört zu dieser Botschaft auch das Sprichwort „Weniger ist mehr“, denn wie sagt Jesus in der Bibel: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“

Ein Teil der Bischofsresidenz in Limburg soll dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, inklusive der bischöflichen Privatwohnung. Denn die wird vom neuen Limburger Bischof Georg Bätzing nicht genutzt: „Ich habe nach Alternativen gefragt, die auch meinem Stil zu leben, muss ich ehrlich sagen, eher entsprechen", so Bätzing gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Er wohnt nun in einem Haus unweit des Doms - ganz ohne übetriebenen Pomp.

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