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Im Winter wird die Haut trockener, doch woran genau liegt das? Und was kann man dagegen tun? Dermatologin Yael Adler verrät Tipps zur winterlichen Gesichtspflege.

Unsere Haut produziert Talg, der die Haut fettet und dafür sorgt, dass sie nicht austrocknet. Aufgrund der Kälte wird dieser Talg härter – ähnlich wie Butter im Kühlschrank. Das Fett verteilt sich deswegen nicht mehr so gut im ganzen Gesicht wie das bei wärmeren Temperaturen der Fall ist. Wir können allerdings dafür sorgen, dass unser Gesicht „fettiger“ bleibt.

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Die Haut schonen und unterstützen

Protipp der Dematologin: Das Gesicht morgens nur mit Wasser waschen. So bleibt die Talgschicht erhalten, die sich über Nacht auf dem Gesicht gebildet hat. Der zurückhaltende Umgang mit Waschsubstanzen hilft der Haut. Peelings und alkoholische Lösungen sollte man vermeiden, rät Adler. Auch langes, heißes Duschen oder Baden sollte man möglichst unterlassen, weil das die Haut eher austrocknet. "Warmduscher" können die Haut mit einer rückfettenden Lotion versöhnlich stimmen.

Hautpflege mit Fett statt Feuchtigkeitscreme

Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, greift an kalten Tagen am besten nicht zu Feuchtigkeitscremes: Der Wassergehalt in diesen Cremes kann gefrieren und so die Haut schädigen. Besser ist Fett, Adler empfiehlt besonders Sheabutter. Die ist 100 Prozent pflanzlich und preisgünstig. Allerdings darf man es auch nicht übertreiben, denn zu viel Fett kann Pickel verursachen. Also nur die Partien eincremen, die sehr trocken sind und unangenehm spannen.

Mein Lieblingsfett ist Sheabutter; das ist ein hundertprozentiges Pflanzenfett und ersetzt das, was uns dann fehlt.

Yael Adler, Dermatologin

Diese Substanzen sollte man vermeiden

Beim Kauf von Kosmetika für die Haut gilt: Teurer ist nicht gleich besser. Auch Zusatzstoffe wie Düfte, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Emulgatoren können der Haut Probleme bereiten. Adler rät von Mineralölen und Vaseline ab. Sie erzeugen eher eine Art "Plastikfolie" auf der Haut, die die Feuchtigkeit für einen Moment einschließt, aber danach zu Austrocknungserscheinungen führen kann. Deswegen sind auch herkömmliche Lippenpflegestifte nicht zu empfehlen. Diese enthalten außerdem Glycerin, das eher Feuchtigkeit herauszieht, als sie abzugeben. Insbesondere Lippen brauchen etwas Zusatzpflege, da sie keine eigenen Talgdrüsen besitzen.

Auch die richtige Ernährung hilft

Für gesunde und reine Haut ist auch ein ausgeglichener Nährstoffhaushalt wichtig. Das wenige Tageslicht im Winter kann zu einem Vitamin D-Mangel führen, auch wichtig sind Substanzen wie Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren und Eisen. Entweder man greift nun verstärkt zu Lebensmitteln, die eben jene Nährstoffe enthalten wie beispielsweise Fisch, oder nimmt diese mit Nahrungsergänzungsmitteln zu sich. Bei Hautproblemen kann auch ein Blutbild Aufschluss über die Ursache geben und gezielter behandelt werden.

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