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Jahrzehntelang stürzte sich Robert Koch mitten in Risikogebiete mit ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose oder Cholera. Warum wir dem Wissenschaftler dafür noch heute dankbar sein können.

Der Arzt und Wissenschaftler Robert Koch (1843-1910) lebte zu einer Zeit, in der viele Menschen und Tiere Infektionskrankheiten zum Opfer fielen. Es war nicht klar, wie sich Krankheiten verbreiteten und sich stoppen ließen. Zunächst praktizierte er an verschiedenen Orten als Arzt, dann packte ihn die Leidenschaft für die Forschung.

Epidemien: Forschung zu Bakterien von Milzbrand, Malaria und mehr

Robert Koch erforschte unter anderem die Tuberkulose: So sehen die Bakterien aus (Foto: Robert-Koch-Institut/Gudrun Holland)
Robert Koch erforschte unter anderem die Tuberkulose: So sehen die Bakterien aus Robert-Koch-Institut/Gudrun Holland

Insbesondere gefährliche Krankheiten, die als Epidemie oder Pandemie eine Todesspur hinter sich herzogen, forderten ihn heraus. Im 19. Jahrhundert waren Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Cholera, Diphtherie oder Wundinfektionen die Haupttodesursache weltweit.

Reisen war damals langwierig und beschwerlich. Dennoch reiste Robert Koch zwischen 1883 und 1907 viel durch die Welt: zum einen, um Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Cholera, Pest, Malaria und die miteinander verwandten Tsetsekrankheit und die Schlafkrankheit direkt im Ausbruchsgebiet zu erforschen. Zum anderen, um Medizin-Kongresse zu besuchen.

Die „weiße Pest“: Nobelpreis für Entdeckung von Tuberkulose-Bazillen

Damit er besser untersuchen und forschen konnte, entwickelte der Wissenschaftler unter anderem eine stabilere Nährlösung, um Bakterien zur Erforschung anzuzüchten, und neue Techniken um sie sichtbar zu machen. So entdeckte er, wie sich gefährliche Krankheiten verbreiten.

An Tuberkulose, auch „weiße Pest“ oder „Schwindsucht“ genannt, starb in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland jeder vierte erwachsene Mann. Am 24. März 1882 verkündete Robert Koch in Berlin, dass er den Tuberkulose-Erreger entdeckt hatte. Eine Sensation damals – die ihm 23 Jahre später den Medizin-Nobelpreis bescherte.

Tuberkulose ist bis heute nicht ausgerottet, die Sterblichkeit hat aber abgenommen:

Sein größter Irrtum: Impfstoff Tuberkulin gegen Tuberkulose

Koch lag aber auch einmal falsch: 1890 stellt er auf einem Internationalen Mediziner-Kongress in Berlin einen Impfstoff gegen Tuberkulose vor. Viele Probanden starben jedoch an dem Stoff Tuberkulin. Der Mediziner musste das Mittel wieder zurückziehen. Heute wird Tuberkulin laut Robert-Koch-Institut neben neueren Verfahren dafür eingesetzt, um eine Tuberkulose-Infektion zu diagnostizieren.

Robert Koch galt nach dem Flop weiterhin als Koryphäe: Von 1891 bis kurz vor der Nobelpreisverleihung 1905 war er Direktor des Berliner Instituts für Infektionskrankheiten, das heute Robert-Koch-Institut (RKI) heißt. Das RKI gehört zum Bundesgesundheitsministerium und ist die zentrale Stelle für die Forschung, Prävention und Überwachung insbesondere von Krankheiten, die sehr gefährlich sind und sich stark verbreiten können.

Das Robert-Koch-Institut erläutert seine Arbeit in einem animierten Video:

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