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Das Coronavirus hat die Nachrichten des Jahres 2020 bestimmt wie kein anderes Thema. Doch es gab tatsächlich noch mehr. Einiges davon hat uns zum Schmunzeln und Staunen gebracht. Hier unsere Top 12 des Jahres.

Erstaunliches, Lustiges und Schönes aus 2020 - hier unsere Übersicht für Eilige

Januar: Flitzerin bei Skirennen
Februar: Mit Ultraschall durch den Körper
März: Die Lindenstraße verabschiedet sich
April: Der Supermond im Südwesten
Mai: Fuchswelpe vor Häcksler gerettet
Juni: Schwarzer rettet Rechtsextremen bei Anti-Rassismus-Demo
Juli: 6-jähriger beschützt seine Schwester - und geht viral
August: Weit wandern mit Carolin
September: Für eine nachhaltigere Straßenbeleuchtung
Oktober: Kontroverses vor dem Stuttgarter Stadtpalais
November: Ein "Pimmel am Himmel"
Dezember: Im Paradies auf Bali

Januar: Flitzerin bei Skirennen

Du hast gewonnen? Denkste!
Da hatte sich der Italiener Alex Vinatzer zu früh gefreut: Seine vermeintliche Bestzeit war leider nicht von ihm, sondern von einer Flitzerin. Lediglich mit einem Badeanzug bekleidet passierte sie die Ziellinie einige Hundertstelsekunden vor dem Slalomfahrer.

Flitzerin in SchladmingWenn du denkst, du bist eine Top-Zeit gefahren, aber in echt hat eine Flitzerin die Zeitmessung ausgelöst! 😂 Ton an! 🔊Posted by Sportschau on Wednesday, January 29, 2020

Februar: Mit Ultraschall durch den Körper

In Stuttgart wurde dieses Jahr Großes in kleinem Format entwickelt: Miniroboter, die Medikamente durch Blutgefäße transportieren sollen! Dünner als ein Haar und mit hoher Geschwindigkeit könnten diese Miniroboter in Zukunft über Spritzen in den Körper gelangen und mit einem schwachen Magnetfeld dorthin gesteuert werden, wo die Medikamente gebraucht werden. Und nicht nur das: Die von Amirreza Aghakhani und seinem Team entwickelten Roboter sind so schnell, dass sie schlechte Zellen - wie zum Beispiel Tumorzellen - einfach zerschießen können. Wenn das nichts ist, worauf man sich freuen kann!

März: Die Lindenstraße verabschiedet sich

Nach 34 Jahren, in denen die TV-Serie „Lindenstraße“ Schicksale und Geschichten des bundesrepublikanischen und gesamtdeutschen Lebens in seiner ganzen Vielfalt gezeigt hat, wurde im März 2020 die letzte Folge ausgestrahlt. Passend lautet der Titel der 1.758. Folge „Auf Wiedersehen“, die Sie in der ARD Mediathek noch einmal ansehen können.

Straßenschild Lindenstraße vor Häuserkulisse (Foto: ard-foto s1, Bild: WDR/Steven Mahner)
ard-foto s1 Bild: WDR/Steven Mahner

April: Der Supermond im Südwesten

Das seltene Phänomen am Nachthimmel haben im April nicht nur viele Menschen beobachtet, sondern auch auf Fotos festgehalten: Bei SWR3 sind einige wunderschöne Bilder vom Supermond eingegangen.
SWR Wissen erklärt, wie so ein Supermond überhaupt entstehen kann.

Supermond?! Das steckt dahinter.Heute ist Supermond - doch was macht einen Vollmond super?Gepostet von SWR Wissen am Dienstag, 19. Februar 2019

Mai: Fuchswelpe vor Häcksler gerettet

Ein Aufschrei ging im Mai durchs Land: Bei Waldarbeiten in der Südwestpfalz sei eine Fuchsmutter zwischen Baumstämmen übersehen worden und unglücklicherweise im Häcksler gelandet. Was dann nach Angaben einer Zeugin passiert sein soll, bezeichnen Tierschützer als grauenvoll: Obwohl einer der Waldarbeiter angeboten haben soll, die Welpen aufzunehmen, meinten seine Kollegen, die Tiere hätten ohne Mutter kaum eine Überlebenschance - und warfen die jungen Füchse ebenfalls in den Häcksler. Nur einer konnte von dem Waldarbeiter, der angeboten hatte, die Welpen aufzunehmen, gerettet werden. Er brachte den jungen Fuchs zur Tierauffangstation nach Maßweiler.

Eine Anzeige, die gegen die Waldarbeiter erstattet wurde, wurde im August fallen gelassen - es habe eine Verwechslung gegeben, die Mutter und Geschwister des Fuchses hätten nie existiert und man habe ihn allein im Wald aufgefunden.

Juni: Schwarzer rettet Rechtsextremen bei Anti-Rassismus-Demo

Der Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 löste eine Welle von Protesten aus, nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt. Eine kuriose Szene fing der Reuters-Fotograf Dylan Martinez in London bei einer dieser Demonstrationen ein: Dort rettete ein Schwarzer einen verletzten Rechtsextremen aus den Massen, nachdem dieser im Getümmel zu Boden gegangen war.

Black Lives Matter (Foto: Reuters)
Patrick Hutchinson rettet einen rechtsextremen Demonstranten.

Juli: 6-Jähriger beschützt seine Schwester - und geht viral

Das Heldentum ist nicht tot: Der 6-jährige Bridger Walker aus Wyoming zeigte sich im Sommer heldenhaft. Als seine Schwester von einem Hund angefallen wurde, ging er mutig dazwischen. Die Folgen waren dramatisch - mehrere Bisse ins Gesicht und in den Kopf, 90 Stiche - und ein Post, der viral ging.

„Spiderman“ Bridger Walker mit seinen langsam verheilenden Wunden. (Foto: Instagram-Account von nicolenoelwalker)
„Spiderman“ Bridger Walker mit seinen langsam verheilenden Wunden. Instagram-Account von nicolenoelwalker

Nicht zu vergessen natürlich die Ernennung zum Ehrenchampion des Boxverbandes WBC:

We are honored to name 6-year-old, Bridger Walker, WBC Honorary Champion, for his brave actions that represent the best values ​​of humanity. Bridger, you're a hero 👏🔰 https://t.co/L2FqL0K4vw

August: Weit wandern mit Carolin

Dieser Tage ist das Fernweh bei dem ein oder anderen wohl noch größer geworden. Im August berichtete der SWR über Carolin aus Mainz: Die 24-jährige liebt es, weit zu wandern. 2017 startete sie ihre bisher längste Tour: den Pacific Crest Trail an der Westküste der USA entlang. Ganze 4.265 Kilometer sind das - doch die Länge schüchterte Carolin nicht ein. Manchmal wurde es vielmehr aufgrund der Tierwelt kritisch: "Berglöwen habe ich zum Glück nicht gesehen, Bären habe ich insgesamt acht gesehen. Ich hatte auch eine Bär-Begegnung mit einer Mutter und ihren zwei Babys. Das war ein wenig heikel.“
Auf Carolins Blog kann man nicht nur von ihren Abenteuern lesen, sondern auch spenden - denn Carolin engagiert sich für die Leukämie-Hilfe.

Caroline, 24 Jahre mit Wanderausrüstung vor Gebirge in Amerika (Foto: SWR)
Mit 18 Jahren hat Caroline aus Mainz das Wanderfieber gepackt. Bild in Detailansicht öffnen
Sie erfüllt sich mit dem Pacific Crest Trail einen Traum. Bild in Detailansicht öffnen
4.265 km geht die Wanderung durch die Weiten der USA. Bild in Detailansicht öffnen
„Der PCT war wirklich die erste Tour, die ich ganz allein gewandert bin.“ Bild in Detailansicht öffnen
Auf dem Weg muss sie sich immer wieder in ein Trail-Register eintragen. Bild in Detailansicht öffnen
Der Wanderweg verläuft durch verschiedene Vegetationszonen. Bild in Detailansicht öffnen
„Bären habe ich insgesamt acht gesehen. Ich hatte auch eine Begegnung mit einer Mutter und ihren zwei Babys. Das war ein wenig heikel.“ Bild in Detailansicht öffnen
Auf einem Blog hat Caroline ihre Erlebnisse zusammengefasst. Bild in Detailansicht öffnen
„Mit ist wichtig, dass ich wirklich rüberbringe, was die schönen und positiven Seiten am Wandern sind. Aber auch, wo es mal schwierige Momente gibt.“ Bild in Detailansicht öffnen
Caroline hat bis zur kanadischen Grenze durchgehalten und ihr Ziel erreicht. Bild in Detailansicht öffnen
Das nächste Abenteuer, eine Wanderung durch die Pyrenäen, steht schon vor der Tür. Bild in Detailansicht öffnen

September: Für eine nachhaltigere Straßenbeleuchtung

In der Natur gibt es einiges, das von selbst leuchtet. Biolumineszenz nennt sich dieses Phänomen. Das Projekt OptoPlant möchte dieses Leuchten für den Menschen nützlich machen: Leuchtende Bäume in den Fußgängerzonen sollen in Zukunft die Straßenlaternen ersetzen, denn die Beleuchtung von Kommunen macht weltweit ein Fünftel des Stromverbrauchs aus. Bisher ist das Leuchten noch zu schwach, als dass es Straßenlaternen tatsächlich ersetzen könnte, doch in den letzten Jahren hat die Forschung schon einige Fortschritte gemacht.

Hier leuchten nur Glühwürmchen. Doch was geschieht, wenn später einmal auf möglicherweise leuchtenden Bäumen andere Organismen leben – werden die dann auch leuchten?  (Foto: Imago, imago images / Imaginechina-Tuchong)
Hier leuchten nur Glühwürmchen. Doch was geschieht, wenn später einmal auf möglicherweise leuchtenden Bäumen andere Organismen leben – werden die dann auch leuchten? Imago imago images / Imaginechina-Tuchong

Oktober: Kontroverses vor dem Stuttgarter Stadtpalais

Das Projekt "Stuttgart 21" beschäftigt Land und Leute schon seit geraumer Zeit - und Ende Oktober wurde sogar ein Denmal aufgestellt, das das Bauprojekt thematisiert: Direkt vor dem Stuttgarter Stadtpalais kann man die Skulptur mit dem Titel "S21. Das Denkmal - Chroniken einer grotesken Entgleisung" bewundern. Bis Ende März 2021 soll das neun Meter hohe und zehn Tonnen schwere Kunstwerk stehen bleiben.

Lenk S21 Denkmal, Skulptur mit Kretschmann (Foto: SWR, Martin Klein)
Lenk S21 Denkmal, Skulptur mit Kretschmann Martin Klein

November: Ein "Pimmel am Himmel"

Für Aufregung sorgte im November ein obszön anmutender Dunststreifen über der Südpfalz und Baden. Die Flugzeuge, die diese Zeichen an den Himmel "malten", wurden von Piloten der Luftwaffe geflogen. Ein Sprecher des Luftfahramtes hatte für die ganz spezielle Form der Kondensstreifen folgende Erklärung: Da seien Abfangmanöver trainiert worden, wie sie beispielsweise bei Flugzeugentführungen vorkommen können.

Kondensstreifen über der Stadt Landau in Form eines Phallus (Foto: Privatfoto)
Zufall oder Absicht? Auffällige Form der Kondensstreifen über Landau Privatfoto

Dezember: Im Paradies auf Bali

Sie wollte eigentlich nur zehn Tage Urlaub auf Bali machen. Inzwischen ist sie schon seit zehn Monaten dort. Sie hatte sich spontan entschlossen, den von der Bundesregierung bereitgestellten Rückflug nicht anzutreten. Zwar hatte Monika Sozanska den Plan, zwei Wochen später zurückzufliegen, doch auf einmal gab es keine Flüge mehr. Im Interview mit SWR Sport erzählt die ehemalige Leistungssportlerin, dass sie sich auf Bali wie im Paradies fühle und dortbleiben möchte. Ihr Leben hat Corona sehr verändert, aber wohl eher im positiven Sinne: Sie hat ihre Karriere als erfolgreiche Degenfechterin beendet und widmet sich jetzt - auf Bali - neuen Projekten.

Das also war das Jahr 2020 - mehr oder weniger abseits von Corona. Wir hoffen, Sie haben es gut überstanden, und blicken hoffnungsvoll auf 2021, in dem es vielleicht wieder mehr zu berichten gibt, das nicht mit der Pandemie zusammenhängt.

Ihnen ist noch eine weitere Geschichte oder ein Mensch in Erinnerung geblieben? Erzählen Sie uns in einem Kommentar gerne davon.

Trends Das war 2020 (im Internet) los

Google und Co. haben ihren Jahresrückblick veröffentlicht und gezeigt, welche Themen die Leute in diesem Jahr beschäftigt haben. Vorne mit dabei: Fragen zu Corona - klar. Welche Schlagzeilen, Personen, Serien und Co. 2020 aber sonst noch wichtig waren, haben wir hier zusammengefasst.  mehr...

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