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Magdalena Werner aus Tübingen wollte ihre Zwillinge natürlich zur Welt bringen. Stattdessen erlebte sie im Kreißsaal eine harsche, gewaltvolle Behandlung, wie sie im SWR erzählte.

Im März vergangenen Jahres wollte Magdalena Werner ihre beiden Kinder wie geplant auf natürliche Weise zur Welt bringen. Ihren Schilderungen nach waren die Voraussetzungen dafür gut und alles medizinisch abgeklärt: „Beide Zwillinge lagen in Schädellage … Ich war in Top-Form, die Kinder waren in Top-Form, und alles sprach für eine vaginale Geburt, die ich mir auch sehr gewünscht hatte.“

Hat Gewalt bei der Entbindung erlebt: Magdalena Werner in einer SWR-Sendung (Foto: SWR, SWR-Sendung „mal ehrlich“)
Magdalena Werner erzählt im SWR Fernsehen von ihrer traumatisierenden Geburt. SWR-Sendung „mal ehrlich“

In der Sendung „Mal ehrlich...Geld oder Gesundheit, was zählt mehr im Krankenhaus?“ schilderte Magdalena Werner ihre Erlebnisse - hier eine Kurzzusammenfassung:

„Ich wollte ständig meine Geburtsposition ändern, durfte das nicht oder konnte es nicht, weil ich gewaltvoll hineingezwungen wurde.“

Magdalena Werner erlebte Gewalt bei der Geburt

Untersuchungen und Eingriffe gegen ihren Willen: Fruchtblase geöffnet

Gegen Mitternacht kam die werdende Mutter in den Kreißsaal. Dort, so erzählt sie, hätten die Geburtshelfer immer wieder versucht, die Geburt nach eigenen Vorstellungen zu steuern: unter anderem ständige Untersuchungen gegen ihren Willen und Wehen fördernde Mittel, obwohl die Mutter nach eigener Schilderung bereits ausreichend Wehen gespürt habe.

Das medizinische Personal habe zunehmend „Macht ausgeübt“: Ihre Fruchtblase sei gegen ihren Willen geöffnet worden. Dazu körperlicher und verbaler Druck bis hin zu Demütigungen, wie sie sagt.

„Die Geburt lief schon so, dass ich eben zu Sachen genötigt wurde wie zum Beispiel die Fruchtblase öffnen – ich wirklich immer wieder gesagt habe ‚Ich will das nicht, lassen Sie mich in Ruhe'. Ich hab‘ ja meine Wehen gespürt.“

Magdalena Werner

Das gesamte Interview sehen Sie hier:

Im Kreißsaal liegen gelassen und fast verblutet

Auch die Behandlung direkt nach der Geburt der Zwillinge erlebte Magdalena Werner als traumatisierend: Die Nachgeburt sei ihr an der Nabelschnur „aus dem Körper gerissen“ worden, erzählt sie. Schließlich sei sie stundenlang stark blutend im Kreißsaal liegen gelassen worden – bis eine Ärztin sie entdeckt und in den Not-OP gebracht habe. (Hinweis der Redaktion: Die Entbindung hat nicht in Tübingen stattgefunden.)

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