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Wie häufig wird künstliche Befruchtung angewendet? Und wie sind die Chancen, schwanger zu werden? Welchen Einfluss hat das Alter? Unsere Infografiken geben Antworten auf diese und weitere Fragen.

Künstliche Befruchtungen in Deutschland

In Deutschland gab es zuletzt mehr als 100.000 Behandlungsfälle pro Jahr. Die neuesten Zahlen des Deutschen IVF-Registers geben für das Jahr 2018 105.421 Fälle an. Im Jahr 2003 gab es mit 105.854 die bislang meisten Behandlungen. Nur ein Jahr später, 2004, waren es nur noch 59.448 Behandlungen.

Grund für diesen deutlichen Rückgang war die Gesundheitsreform mit der Neuregelung der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen. Seit April 2012 gibt es die staatliche Förderung für Ehepaare, die 2016 auf nichteheliche Lebensgemeinschaften ausgeweitet wurde.

So ist die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge und Drillinge

Durch künstliche Befruchtung gibt es vor allem mehr Zwillinge. Ein Grund ist die Hormonbehandlung der Frau. Ein anderer Grund ist die Tatsache, dass sich Frauen mehr als nur eine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter einsetzen lassen. So können dann zweieiige Zwillinge auf die Welt kommen. Eine so genannte Mehrlingsschwangerschaft birgt für Mutter und Kind ein höheres Risiko als eine Schwangerschaft mit nur einem Kind.

So alt sind Mütter bei der Geburt

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts liegt das Durchschnittsalter der Frauen bei der ersten Geburt bei 30 Jahren. Beim zweiten Kind ist das Durchschnittsalter 32 Jahre, beim dritten Kind 33,1 Jahre. Nach den aktuellen Zahlen für das Jahr 2018 waren die Mütter von 48 Prozent der erstgeborenen Kinder zwischen 30 und 39 Jahren alt.

Fruchtbarkeit hängt vom Alter ab

Das Alter hat einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Bei der Frau wie beim Mann nimmt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter ab. Beim Mann allerdings weniger stark als bei der Frau. Statistisch gesehen hat eine Frau im Alter von 35 bis 39 Jahren nur noch eine 52-prozentige Chance auf eine Schwangerschaft. Die fruchtbarsten Jahre sind die vom 20. bis 24. Lebensjahr.

Viele Kinderlose in Rheinland-Pfalz

Neben der Schweiz, Italien und Finnland gehört Deutschland zu den Ländern in Europa mit der höchsten Kinderlosigkeit. Im bundesweiten Schnitt bleibt ca. ein Fünftel aller Frauen eines Jahrgangs in der Altersspanne bis 49 Jahre ohne leibliches Kind. Die Kinderlosenquote lag im Jahr 2018 laut Statistischem Bundesamt bei 21 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es noch 17 Prozent.

Besonders hoch ist die Kinderlosenquote in den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen, aber auch im Flächenland Rheinland-Pfalz. Akademikerinnen bleiben besonders oft ohne eigenen Nachwuchs. Allerdings sank die so genannte endgültige Kinderlosenquote bei Frauen mit einem höheren Bildungsabschluss (wie Diplom, Bachelor oder Master) zwischen 2008 und 2018 von etwa 28 auf 26 Prozent.

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