Archäologie in Herxheim

Lernen Sie die Ausgräber kennen

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Dr. Andrea Zeeb-Lanz (Foto: SWR, Diane Scherzler)
Dr. Andrea Zeeb-Lanz ist die Projektleiterin der Ausgrabung von Herxheim. Regelmäßig besucht sie die Ausgrabung; sie kümmert sich zusammen mit ihren Mitarbeitern um Fördermittel, um Öffentlichkeitsarbeit und um die Publikation der Forschungsergebnisse. Diane Scherzler
Raoul Pfundstein ist zufällig nach Herxheim geraten und kümmert sich um alles, was gerade anfällt. "Ich bin ein 1,25-Euro-Jobber. Manchmal ist es hier etwas anstrengend, aber es macht Spaß, morgens aufzustehen. Museen haben mich nicht so interessiert, aber jetzt ist mein Zugang zur Geschichte ein anderer." Diane Scherzler
Sandra Fetsch studiert Vor- und Frühgeschichte und biologische Anthropologie in Mainz. In Herxheim macht sie die wissenschaftlichen Zeichnungen. "Ich habe es darauf angelegt, hierher zu kommen", sagt sie, denn die Kombination von Archäologie und Skelettfunden entspricht genau ihrem Fachgebiet. Diane Scherzler
Michael Gönnemann ist Speditionskaufmann und derzeit Hartz-IV-Empfänger. Durch seine Hände gehen alle Funde: ihm obliegt die Erfassung. "Von Archäologie hatte ich bisher keinen Begriff. Diese Genauigkeit war mir fremd. Es macht mir riesigen Spaß, auch die Verantwortung. Am liebsten würde ich es richtig, als Beruf, machen." Diane Scherzler
Olaf Lange ist Hartz-IV-Empfänger und hatte sich bisher nie für Archäologe interessiert. "Man macht hier immer etwas anderes", sagt er über seine Arbeit. "Man hat zwar das gleiche Werkzeug, aber es kommen immer neue Situationen. Eintönig ist es nicht. Aber ich habe noch immer null mit Archäologie am Hut." Diane Scherzler
Michael Münzer ist Grabungstechniker. "Ich leite die Mitarbeiter an und schaue, dass die Grabungsfläche in Ordnung ist. Von der Ausrüstung her ist das eine tolle Ausgrabung. Das kriege ich einmal im Leben. Wir versuchen hier, Spuren zu sichern, um zu klären, was zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattgefunden hat. Damit können die Archäologen dann wissenschaftlich arbeiten. " Diane Scherzler
Markus Dörrzapf ist Hartz-IV-Empfänger und gelernter Raumausstatter. In Herxheim legt er am liebsten Funde frei. "Ich habe gleich zugesagt, als die Vermittlerin mich fragte, ob ich hier arbeiten will. Ich finde es hochinteressant, und man lernt viel dabei. Man macht sich auch Gedanken, wie die Menschen damals gelebt haben. Wenn ich erzähle, dass ich hier arbeite, spüre ich den Respekt der Leute." Diane Scherzler
Marc Kirsch sprüht gerade Wasser auf die Erde, um sie feucht zu halten. Der gelernte Maurer arbeitet ebenfalls für 1,25 Euro pro Stunde. "Ich bin freiwillig hier. Es macht Spaß und ist interessant. Wie die Archäologen alles rekonstruieren, das finde ich faszinierend." Diane Scherzler
Fabian Haack ist der wissenschaftliche Grabungsleiter vor Ort. "So eine Ausgrabung ist ein absoluter Glücksfall", erzählt der Archäologe. Aber er bleibt nüchtern: "Ein menschlicher Schädel ist ein Fund wie jeder andere. Wenn man jeden Tag hier arbeitet, bekommt man eine Distanz zu den Knochen." Diane Scherzler
Ismail Hilalden kommt aus Sri Lanka und lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Für 1,25 Euro pro Stunde bereitet er seit April 2006 die Ausgrabungsfläche für die Dokumentation der Befunde vor, indem er sie säubert. Ob er gerne in Herxheim arbeitet? "Manchmal", sagt er und lacht verschmitzt. Diane Scherzler
Thirunavukkarasu Rajakumar lächelt nachsichtig über den vergeblichen Versuch, seinen Namen auszusprechen. Auch er stammt aus Sri Lanka und hat in Deutschland zuvor als Lackierer gearbeitet. "Es macht mir Spaß", sagt der 1,25-Euro-Jobber über seine Arbeit. Zumal, wenn er sich mit Ismail Hilalden in tamilischer Sprache unterhalten kann. Diane Scherzler
Ludger Schulte ist Restaurator. "Ich bearbeite die Funde, also Keramik, Steine, Feuersteinklingen, Menschen- und Tierknochen. Die Keramik ist brüchig, so wie Zwieback. Ich tauche sie in Kunstharz, damit die Oberfläche stabil wird. - Das ist schon eine besondere Grabung. Ich liebe es, hierher zu kommen. Beruflich ist das ein Highlight für mich." Diane Scherzler
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