Speedmarathon im Südwesten  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

So sehen es die SWR.de-Nutzer

„Witzaktion und Lachnummer“ - Reaktionen zur Blitzer-Aktion

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Mit dem Speedmarathon soll auf die Gefahren von zu hoher Geschwindigkeit in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hingewiesen werden. Die Reaktionen im Südwesten fallen unterschiedlich aus.

Prinzipiell sehen die Nutzerinnen und Nutzer von SWR.de die europaweit angelegte Aktion als sinnvoll an. Rund 60 Prozent der Menschen befürworten in unserer nicht repräsentativen Umfrage den Speedmarathon (Stand: 3.4.2019, 18.30 Uhr).

Allerdings gibt es viele Kritikpunkte an der Durchführung der Aktion. Wir haben die Kommentare unserer Nutzerinnen und Nutzer zum Speedmarathon gesichtet und stellen fest, dass die Menschen im Südwesten einen sehr differenzierten Blick auf die Kontrollen im Straßenverkehr haben. Hier haben wir ausgewählte Reaktionen gesammelt.

„Witzaktion und Lachnummer“

Nutzer Wolf drückt es drastisch aus und schreibt von einer „Witzaktion und Lachnummer“. Aus seiner Sicht gibt es viel zu wenige Kontrollen, ob durch Streifenpolizisten oder Zivilbeamte. Er macht das Dilemma am „täglichen Wahnsinn auf Stuttgarts Straßen“ fest:

Da wird zwischen Heslacher Tunnel und der Königs-Karls-Brücke zwischen den Spuren ohne Blinken wie wild hin und her gewechselt und gerast, nur an den bekannten Säulen tut man mal anständig

Ein Tag ist viel zu wenig

Sinnvoller als Aktionen wie der Speedmarathon oder der Blitzer-Marathon wäre die Verstärkung regulärer Geschwindigkeitskontrollen, so sehen es einige Nutzerinnen und Nutzer.

Diese Aktion ist einfach nur lächerlich. Die Leute halten sich an diesem Tag an den bekannten Messstellen ans Tempolimit. Dann wird wieder weitergerast.

Andere sehen in der europaweiten Aktion eine geeignete Maßnahme, um für mehr Sicherheit auf den Straßen im Südwesten zu sorgen. „Ich finde es korrekt, dass man den Rasern das Handwerk legt!“, schreibt Nutzer Toni Schmid. Doch auch er würde monaltiche Messungen bevorzugen.

Ähnlich sieht es Olaf Matthiae, der vor allem das aggressive Verhalten innerhalb von Baustellen anprangert:

Ich verwahre mich persönlich dagegen, dass bei Blitzereinsatz oft von Abzocke gesprochen wird. Haltet euch einfach an die Regeln, dann kostet es auch kein Geld

Seit Mitternacht wird geblitzt: Der 24-stündige Speedmarathon findet auch im Südwestwesten statt. Doch das Bundesland, das die Idee dazu hatte, ist nicht mehr dabei. https://t.co/zQedaO0MGQ

Strafen für Raser sind viel zu niedrig

Nutzer Gernot Kah plädiert für ein hartes Durchgreifen, sieht aber bei der Ahndung zu viel dem Zufall überlassen. „In der Regel ist es eher dem Zufall geschuldet, wenn 'erwischt' wird. Eine 'Bestrafung' hat hierzulande entsprechend eher etwas von 'Willkür' denn einer konsequenten Verfolgung von Verkehrsdelikten", schreibt er unter unserem Online-Voting. Vor allem aber bemängelt er die zu niederigen Strafen, auch wenn die Gesetzeslage 2017 verschärft wurde:

Ein wichtiger (und vermutlich wirksamer) Ansatz wäre bei Verkehrsdelikten grundsätzlich auch die charakterliche Reife/Eignung des Fahrers zu prüfen - und öfter mal auch lebenslang den Führerschein zu entziehen. Auch ansonsten sind die 'Strafen' hierzulande eher etwas für die Porto-Kasse

Das Tempo ist nicht das Problem

Andere Menschen halten das Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit nicht für das größte Probleme auf den Straßen im Südwesten. Stattdessen verweisen sie darauf, dass sich zu viele Verkehrsteilnehmer mit dem Handy beschäftigen oder nicht den nötigen Abstand einhalten.

Was aber noch viel wichtiger wäre als die Geschwindigkeitskontrolle wären Abstandskontrollen bei PKW, aber wenn selbst die Polizei mit einem VW-Bus (ohne Einsatz) bei 70 km/h nur knappe 10 m Abstand hält, warum soll ein SUV bei 140 km/h mehr als 10 m Abstand halten? 

Video: Foto für dich - 60 Jahre Radarfallen

Kontrollen an falschen Orten

Neben dem einmaligen Charakter der Blitzer-Aktion sieht Nutzer Julian H. eine Schwäche in der Positionierung der Messstellen.

Bin heute früh an 3 Schulen und Kindergärten vorbei gefahren - da stand nirgends ein Blitzer oder ein Polizist mit Laser im Gebüsch.

Stattdessen würde zu viel auf Land- und Bundesstraßen geblitzt, wo die Gefahren aus seiner Sicht nicht so gravierend sind.

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