Der Besitzer eines Tiny Houses sitzt auf der Treppe von seinem trauten Heim. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Trend aus den USA immer beliebter Was Sie über Tiny Houses wissen müssen

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Sie sind platzsparend, meist sehr umweltfreundlich und zudem günstig: Tiny Houses erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Aber wo dürfen die Minihäuser überhaupt stehen, was kosten sie und was gibt es sonst noch zu beachten? Wir haben Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt.

Woher stammt der Begriff Tiny House?

Die Tiny-House-Bewegung hat ihren Ursprung in den USA. Da die kleinen Häuser deutlich geringere Bau- sowie laufende Kosten verursachen, wurde ihnen nach der weltweiten Finanzkrise 2007 vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet. Viele Amerikaner konnten sich ihr Wohneigentum finanziell nicht mehr leisten und mussten auf kleinere Häuser ausweichen.

Der Trend schwappte schließlich nach Kanada sowie Australien über und ist seit einigen Jahren auch in Deutschland angekommen.

Wann ist ein Tiny House ein Tiny House?

Eine genaue Definition des Begriffs Tiny House gibt es nicht - und demnach auch keine festgelegte Mindest- oder Maximalgröße. In der Regel fallen unter den Begriff aber Minihäuser zwischen 15 und 45 Quadratmetern. Zudem gibt es hinsichtlich der Bezeichnung auch keine Unterscheidung, ob diese auf Rädern stehen und somit mobil sind oder fest an einem Ort stehen. Die meisten werden inzwischen allerdings mit Rädern angeboten.

Um beim Transport keine Probleme mit der Straßenverkehrsordnung zu bekommen, entspricht die Grundfläche der meisten Tiny Houses daher der eines Anhängers: 2,55 Meter Breite mal 7 Meter Länge. Zudem dürfen eine Höhe von 4 Metern sowie ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen (inklusive Anhänger) nicht überschritten werden. Des Weiteren ist eine TÜV-Zulassung erforderlich und die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Transport liegt bei 80 km/h.

Wie baut man ein Tiny House? Wo kann ich eins kaufen?

Den einen Weg, ein Tiny House zu bauen, gibt es nicht. In den letzten Jahren versuchen viele Anbieter auf dem Markt Fuß zu fassen und ihre Hausmodelle gewinnbringend zu veräußern. Vom einfachen Bausatz für diejenigen, die selbst Hand anlegen wollen, bis hin zum schlüsselfertigen und individuell gestalteten Hightech-Tiny-House gibt es inzwischen aber so gut wie alles zu kaufen.

Wie der Bau eines Minihauses aussehen kann, verdeutlicht der Beitrag "Handwerkskunst! Wie man ein Tiny House baut". Schreiner Christian Kienel aus der Südpfalz erschafft darin ein mobiles Minihaus mit rund 20 Quadratmetern. Sehen Sie selbst.

Kann ich ein Tiny House auch einfach selbst bauen?

Es kursieren im Internet die verschiedensten Anleitungen für den Bau eines eigenen Tiny Houses. Doch Vorsicht: Diese Anleitungen machen oft unrealistische Versprechungen und sind nur etwas für handwerklich äußerst Begabte, die über ausreichende Fachkenntnisse verfügen. Viele Häuslebauer unterschätzen daher schnell den Aufwand, der auf sie zukommt.

Darf man ein Tiny House überall hinstellen?

Nein. Wer ein Tiny House dauerhaft bewohnen will oder gar als Erstwohnsitz nutzen möchte, benötigt einen geeigneten Stellplatz und eine Wohngenehmigung der Behörden. Da das Wohnrecht Sache von Ländern und Kommunen ist, gibt es regionale Unterschiede und eine pauschale Aussage, ob eine solche Genehmigung erteilt wird, ist nicht möglich. Zudem gibt es Bebauungspläne und Ortsgestaltungssatzungen, die dem Vorhaben, ein Tiny House zu errichten, in die Quere kommen können. Erste Anlaufstelle sollte daher immer das örtliche Bauamt sein.

Es gibt aber auch Campingplätze und Tiny-House-Dörfer mit Dauerstellplätzen, auf denen das dauerhafte Wohnen unproblematisch möglich ist. Wie das aussehen kann und was SWR-Rechtsexperte Christoph Kehlbach zum Wohnen in Tiny Houses sagt, sehen Sie in diesem Beitrag der Landesschau.

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Was kostet ein Tiny House?

Das lässt sich pauschal leider nur sehr schwer beantworten. Fertigbausätze zum selbst zusammenschrauben gibt es schon ab 5.000 Euro. Ein kleines, günstiges und schlüsselfertiges Tiny House ab rund 15.000 Euro. Will man ein nach individuellen Wünschen und mit Hightech ausgestattetes Minihaus kaufen, liegt der Preis hierfür schnell im sechsstelligen Bereich.

Kann man auch mit einer Familie ein Tiny House bewohnen?

Je nach Anzahl und Alter der Kinder ist das durchaus möglich, wie das Beispiel dieser vierköpfigen Familie zeigt.

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Kann man in einem Tiny House zur Probe wohnen?

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, ein Tiny House anzuschaffen, aber noch nicht wissen, ob das das richtige für Sie ist, haben Sie in der Tat die Möglichkeit für 1-2 Tage zur Probe in einem neuen Tiny House zu wohnen. Dies ist an verschiedenen Standorten in Deutschland möglich.

Wer sich generell über das Thema Tiny Houses informieren oder mit Hausherstellern in Kontakt treten möchte, dem empfehlen wir einen Besuch der Messe "New Housing - Tiny House Festival" in Karlsruhe vom 19. bis 21. Juni 2020.

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