Azteken-Ausstellung im Linden-Museum Stuttgart (Foto: SWR, Silke Arning)

Museen, Musik, Theater Die besten Ausflugstipps zum Wochenende

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Sie suchen noch nach Ausflugszielen für das Wochenende? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Unsere aktuellen Ausflugstipps sind auch für trübes und regnerisches Wetter geeignet.

Nach einer kurzen Pause ist der trübe Herbst wieder zurückgekehrt. Wenn sich nun der ein oder andere Regenschauer ankündigt, zieht es einen dabei eher nach drinnen. Deshalb haben wir für Sie Ausflugstipps zusammengestellt, die Sie bei jedem Wetter genießen können.

Für alle, die es eilig haben, gibt es hier unsere Tipps im Überblick.

„Türkenbeute“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Diesen Samstag startet die Ausstellung „Kaiser und Sultan“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Gezeigt wird nicht nur die so genannte „Türkenbeute“, die Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden in den Kriegen gegen die Osmanen erbeutet hatte, sondern auch weitere Stücke, die seine Familie über mehrere Generationen zusammengetragen hat. Die Exponate aus dem 17. Jahrhundert gehören zu den ältesten Sammlungsbeständen des Landesmuseums.

„Kaiser und Sultan. Nachbarn in Europas Mitte 1600–1700“

Eiserne Kriegskasse (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uli Deck)
Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums: „Es ist einer der ältesten Sammlungsbestände, die wir überhaupt haben. Badische Familiengeschichte ist der Ausgangspunkt. Der ,Türkenlouis‘, Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, hat auf dem Balkan gekämpft, 1691 die Schlacht von Slankamen gewonnen. Die Familie hat dieses Ereignis über Generationen gefeiert – und auch weitere Stücke gesammelt. Das ist ein Bestand, der wirklich in die Tiefe der badischen Geschichte führt.“ - Auf dem Bild: Eiserne Kriegskasse von 1687 . Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Exotische Trophäen aus einer glorreich gewonnenen Schlacht. So wurden die prunkvollen Sättel, Waffen und Rüstungen, die Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden aus den sogenannten „Türkenkriegen“ mit nach Hause brachte, in seiner Heimat jahrhundertelang stolz präsentiert. - Auf dem Bild: Polnische Husarenrüstung mit Sturmhaube aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Auch als die Markgrafen schon längst abgedankt hatten, wurde an dieser Art der Geschichtsschreibung nicht viel verändert. Erst in jüngster Zeit hat man damit begonnen, einen anderen Blick auf die Sammlung zu werfen, generell auf die Epoche des 17. Jahrhunderts im südosteuropäischen Raum. - Auf dem Bild: Edelsteinbesetzter Prunksattelder aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Ungarn, Siebenbürgen, Kroatien und Serbien grenzten direkt an das Osmanische Reich und hatten damit auch die Funktion einer Verbindungsbrücke zwischen Okzident und Orient, erklärt Schoole Mostafawy, Kuratorin der Ausstellung: „Diese Verbindung zwischen den Kulturen wird sichtbar. Zum Beispiel in einem Pfeil-Köcher, der mit orientalischen Arabesken verziert ist, aber in der Mitte eine lateinische Inschrift trägt. Oder an einem osmanischen Streitkolben von 1625, hergestellt in Siebenbürgen, der zum Zepter umfunktioniert wurde und Teil der Kron-Insignien der Badischen Markgrafen, der späteren Großherzöge wurde (s. Bild).“ Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Die Ausstellung zeigt auch, wie fasziniert man hierzulande von der osmanischen Kultur war - nicht umsonst spricht man von der „Turkomanie“. An den mitteleuropäischen Höfen verkleidete man sich mit Turbanen, wallenden Gewändern und Schnabelschuhen. Man übernahm erst zögerlich, dann immer begeisterter das Kaffeetrinken. - Auf dem Bild: Osmanisches Zelt, („Das blaue Zelt“) aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Doch der Transfer beschränkte sich nicht nur auf Wissen und Luxusgüter, betont Museumsdirektor Eckart Köhne: „Es sind auch Menschen hin- und hergewechselt. Wo heute Flüchtlinge unterwegs sind, war es damals genauso. Das Habsburger Reich war damals sehr restriktiv, hat gegenreformatorisch den Katholizismus zu stärken versucht. So sind damals viele Protestanten geflohen, von West nach Ost, weil sie im osmanischen Reich einen toleranteren Herrscher vorgefunden haben.“ - Auf dem Bild: Ungarische Prunkbrigantine, ca. 1670 st. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
An Multimediastationen kann man die Geschichte von Flüchtlingen, ihre Routen und Beweggründe nachvollziehen. Die Brücke ins Heute schlagen: viele Fluchtursachen sind die gleichen geblieben: Bedrohung durch Kriege, mangelnde Bildungschancen, politische Verfolgung und wirtschaftliche Not. - Auf dem Bild: Osmanisches feuervergoldetes Streitbeil von Ende des 16. Jahrhunderts. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Die aktuelle Ausstellung im Badischen Landesmuseum möchte sich bewusst von früheren Ausstellungen über diese Epoche und die sogenannten „Türkenkriege“ absetzen. Noch eindringlicher wäre das sicher gelungen, wenn nicht doch wieder so viele Waffen, Rüstungen und Schlachtengemälde gezeigt worden wären. Wenn man ein neues Narrativ für dieses Kapitel europäisch-osmanischer Geschichte finden möchte, muss man wohl auch neue Ausstellungsformate finden. - Auf dem Bild: Turbanumwundener Helm von Ende des 17. Jahrhunderts. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen
Doch der Anfang ist gemacht: in der Ausstellung des Badischen Landesmuseums wird deutlich, warum es sich gerade auch mit Blick auf unsere Gegenwart lohnt, von den gegenseitigen positiven Einflüssen zu sprechen- aber auch davon, wie kostbar und zerbrechlich der Frieden in dieser Region ist. - Auf dem Bild: Osmanischer Teppich (Vorläufer der Siebenbürger Teppiche) aus dem 17. Jahrhundert. Uli Deck Bild in Detailansicht öffnen

Azteken im Linden-Museum Stuttgart

Wenn Sie sich für fremde Kulturen und Geschichte begeistern, dürfte Sie die Ausstellung „Azteken“ im Stuttgarter Linden-Museum interessieren. Rund 150 herausragende Leihgaben aus europäischen und mexikanischen Museen können in dieser besonderen Ausstellung gesehen werden Sie findet noch bis zum 3. Mai 2020 statt.

Ausstellung „Azteken“ im Linden-Museum Stuttgart

„Azteken“ Große Landesausstellung Baden-Württemberg im Linden-Museum Stuttgart (Foto: Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch)
Totenköpfe, Menschenopfer, Schädelmauern – es sind diese grausamen Assoziationen, die bis heute unsere Vorstellung von den Azteken prägen. - Figur des Gottes Quetzalcoatl, Grünstein, Koralle oder Spondylus H: 22,8 cm; B: 12 cm, Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh. Landesmuseum Württemberg, Foto: Hendrik Zwietasch Bild in Detailansicht öffnen
Um ihre Eroberung zu legitimieren, zeichneten die spanischen Konquistadoren ein besonders blutrünstiges Bild der indigenen Kultur. - Schädelmaske - Menschlicher Schädel mit Feuerstein, Muschelschale, Pyrit H: 19 cm; T: 13 cm Mexiko, aztekisch, 15. Jh. Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, Gliserio Castañeda, D.R. Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
Die Stuttgarter Ausstellung bemüht sich dagegen um einen differenzierteren Blick. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
„Man hat sehr viel geopfert. Aber 80 Prozent waren Pflanzen und Tiere“, so die Direktorin des Stuttgarter Linden-Museums, Inès de Castro. „Natürlich gab es auch Menschenopfer und wir wollen das auch überhaupt nicht verschweigen. Aber wir sollten uns eine breite Sichtweise angewöhnen.“ Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Die Opferkultur der Azteken hängt mit einer umfassenden Vorstellung von Kosmos und Religion zusammen. Opfer sind notwendig, um den Kreislauf des Lebens am Laufen zu halten, eine Dankesschuld an die Götter für ihre Mühen bei der Erschaffung der Welt. - Räuchergefäß in Gestalt der Wasser- und Fruchtbarkeitsgöttin Chalchiuhtlicue aus Keramik, Pigment. Zentralmexiko, frühes 16. Jh. D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
Mit dem Selbstopfer eines Gottes beginnt die fünfte und letzte Ära der Azteken. Von der Vorgeschichte, der Entstehung der Welt, erzählt der berühmte Sonnenstein der Azteken. Ein animierter 3D-Druck des Originals, das mit seinen 24 Tonnen einfach zu schwer für einen Transport nach Deutschland war, setzt die Gründungsmythen der Azteken sehr lebendig in Szene. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Ein Kosmos, der aus 2.000 Göttern bestand - oder einem Gott in 2.000 Variationen, mit sehr komplizierten Namen. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Doris Kurella, die Kuratorin der Ausstellung, hat den Tempelbereich mit seinen sakralen Bauten modellhaft und ästhetisch sehr gelungen nachgezeichnet. Silke Arning Bild in Detailansicht öffnen
Die allgegenwärtige Präsenz der Götter spiegelt sich fast in jedem Exponat wider. Objekte, die oft bis ins kleinste Detail ausgestaltet sind. - Vogelkopfmaske aus Holz mit Türkis, Spondylusmuschel, Harz, Perlmutt, Malachit L: 29 cm; B: 15,5 cm; H: 13,5 cm Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Stiftung Schloss Friedenstein Gotha Bild in Detailansicht öffnen
Bestechend scharf und sehr naturalistisch die Steinfiguren: Adlerkopf, Wolf, die verschiedenen Götterskulpturen. - Kojote oder junger Wolf, Basalt H: 39,8 cm; B: 21 cm; T: 23,3 cm, Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
Daneben bunt und nicht weniger detailreich die sog. Codices, die Bücher der Azteken, die keine Schrift kannten, sondern Bilder benutzen. - Mictlantecuhtli - Keramik, Pigment H: 176 cm; B: 80 cm; D: 50 cm, Mexiko, aztekisch, Spätphase, zwischen 1430 und 1502 D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo del Templo Mayor, Mexiko-Stadt, Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
„Wir haben hier auf engstem Raum 40 verschiedene ethnische Gruppen“, so Kuratorin Doris Kurella, „die auch 40 verschiedene Sprachen gesprochen haben. Wenn sie so ein Sprachgemisch haben, macht es in der Regel keinen Sinn, eine alphabetische Schrift zu entwickeln, die auf einer Sprache basiert. Aber hier hat es eben alle paar Kilometer eine andere Sprache und da kommt man mit einer Bilderschrift sehr viel besser zurecht.“ - Kelch mit appliziertem Schädel aus Ton, Keramik, Pigment H: 29,2 cm; T: 15,5 cm, Mexiko, mixtekisch, um 1507. D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
In einer unaufgeregten Art vermittelt die Stuttgarter Ausstellung das Bild einer Hochkultur, eines politischen Imperiums, das von seinen militärisch unterlegenen Nachbarn zwar Tribute – Gold, Produkte, Arbeitskraft – forderte, aber ihnen ihre Eigenständigkeit beließ. - Figur des Gottes Xipe Totec Vulkanischer Tuff, Pigment H: 46 cm; B: 26,3 cm; T: 27,4 cm Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Museum der Kulturen Basel - Sammlung Lukas Vischer, Foto: Peter Horner Bild in Detailansicht öffnen
Die Hauptstadt der Azteken, die heute von Mexiko-Stadt überbaut ist, glich Venedig: eine Inselstadt mit zahlreichen Kanälen, ausgeklügeltem Versorgungssystem, mit bunten Märkten und vielen Händlern. - Figur des Sonnengottes Tonatiuh aus Vulkanischem Tuff, Hämatit, H: 31,5 cm; B: 16,2 cm; T: 24,5 cm, Zentralmexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Museum der Kulturen Basel, Sammlung Lukas Vischer - Foto: Peter Horner Bild in Detailansicht öffnen
Eine sogenannte Foodwall aus Kakaobohnen, Mais, Salz und Chili demonstriert das breite Warenangebot. Vieles davon bereichert unsere heutige Küche. - Stab- oder Statuenaufsatz aus Holz mit Türkis, Spondylusmuschel, Harz, Perlmutt, Malachit H: 29 cm; B: 12 cm; T: 17 cm, Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 National Museum of Denmark, Roberto Fortune Bild in Detailansicht öffnen
Die Kultur der Azteken sei noch immer lebendig, meint denn auch die Direktorin des Lindenmuseums Inès de Castro: „Es gibt sehr vieles aus der vorspanischen Zeit, was heute noch in Mexiko lebendig ist, zum Beispiel die Kosmologie, den Umgang mit dem Tod. Mexiko ist heute einfach etwas Neues, das entstanden ist, als diese beiden Kulturen heftig aneinander geraten sind.“ - Kopf des Gottes Tlaloc, Metamorphes Gestein H: 66 cm; B: 69 cm, Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh. D.R. Archivo Digital de las Colecciones del Museo Nacional de Antropología, Secretaría de Cultura – INAH Bild in Detailansicht öffnen
Adlerkopf aus Stein H: ca. 100 cm; B: ca. 120 cm, Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Royal Museum of Arts and History, Brüssel Bild in Detailansicht öffnen
Anhänger, Gold Mexiko, mixtekisch-aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 L: 6 cm; B: 2,9 cm; H: 4 cm Ministerie van de Vlaamse Gemeenschap, Collectie Paul en Dora Janssen-Arts, MAS, Antwerpen, Foto: Hugo Maertens, Brügge Bild in Detailansicht öffnen
Skulptur des Ehecatl, Andesit H: 195 cm; B: 40 cm; T: 55 cm, Mexiko, aztekisch, postklassisch, ca. 1480 bis 1519 Rautenstrauch-Joest-Museum Köln; Rheinisches Bildarchiv Köln, - Schenkung Peter und Irene Ludwig - Wolfgang F. Meier, 2012 Bild in Detailansicht öffnen
Skulptur in Form einer Schlange aus Stein H: 34 cm; B: 23 cm; T: 30 cm, Mexiko, aztekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Museum am Rothenbaum Hamburg, Foto: Paul Schimweg Bild in Detailansicht öffnen
Figur des Gottes Xochipilli-Macuilxochitl, Vulkanischer Stein H: 74,5 cm; B: 31 cm; T: 26 cm, Mexiko, aztekisch, Spätphase, frühes 16. Jh. Reiss-Engelhorn-Museen, Jean Christen Bild in Detailansicht öffnen
Dreifußschale mit Rassel Keramik, Pigment H: 14,1 cm; B: 25 cm; T: 25 cm, Mexiko, aztekisch-mixtekisch, Mitte 14. Jh. bis 1521 Nationaal Museum van Wereldculturen, Foto: Irene de Groot Bild in Detailansicht öffnen
Steinskulptur in Form einer gefiederten Schlange aus Stein, polychrom bemalt H: 20 cm; D: 28 cm Mexiko, aztekisch, Spätphase, nach 1500 Museum der Kulturen Basel, Sammlung Lukas Vischer - Foto: Peter Horner Bild in Detailansicht öffnen
Federschild Mäander und Sonne aus Holz, Rohrgeflecht, Vlies, Rohhaut, Federn vom Eichhornkuckuck und Schwarzkopftrogon, vermutlich Schwarzkehltrupial, Azurkotinga, Ridgewaykotinga, lovely cotinga, Flammentangar - D: 75,5 cm, H: 2,5 cm Mexiko, aztekisch, um 1520 Foto: Hendrik Zwietasch Bild in Detailansicht öffnen

Naturhistorisches Museum Mainz

Urzeitlichen Tieren kann man im Naturhistorischen Museum Mainz auf die Spur gehen. Erst kürzlich wurde es nach einer langen Renovierung wiedereröffnet. Dabei beeindruckt es mit über 2.000 faszinierenden Original-Fundstücken und fast lebensechten Rekonstruktionen ausgestorbener Tierarten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Bundesbank-Bunker in Cochem

Ein Stück bundesdeutscher Geschichte, das lange Zeit ein wohl gehütetes Geheimnis war, kann man in Cochem an der Mosel entdecken. Dort liegt der ehemalige Bundesbank-Bunker. Dieser hätte die Bundesrepublik mit einer Notstandswährung versorgt, falls zur Zeit des Kalten Krieges die D-Mark durch den damaligen Gegner entwertet worden wäre. Es werden täglich mehrere Führungen durch die Anlage angeboten.

Donaueschinger Musiktage

Auf den Donaueschinger Musiktagen präsentieren dieses Wochenende über 200 Künstlerinnen und Künstler die Klangwelten der Neuen Musik. Karten sind für einige Veranstaltungen noch online oder vor Ort erhältlich. Das Eröffnungskonzert wird zudem von SWR Classic als Livestream im Internet übertragen.

Dauer

Theater-Premieren im Südwesten

An diesem Wochenende feiern ebenso gleich mehrere Bühnenstücke ihre Premiere im Südwesten. Im Theater Freiburg startet Elfriede Jelineks Werk „Wut“, in welchem sie die Facetten dieses menschlichen Gefühls ergründet. Dazu kommt eine Inszenierung von E.T.A. Hoffmanns Buch „Der Sandmann“. Das Staatstheater in Karlsruhe zeigt „den Faust“ als Oper von Charles Gounod. Doch auch andere Vorstellungen warten auf Sie!

Bühne Diese Bühnen-Premieren im Südwesten sind die Highlights im Herbst

Theater-, Oper- und Konzertpremieren im Herbst 2019 (Foto: Imago, Carsten Thesing)
„Stuttgart 21“ wird von der Baustelle zur Bühne – auf der düstere Musik gespielt wird. Schorsch Kamerun formt mit Künstlerinnen aus Stuttgart und Stuttgarter Philharmonikern „die riesige Umgrabung“ zu einer klanglichen Rückkopplung um. Der Musikabend „Motor City Stuttgart“ am 19. September im Schauspiel Stuttgart erinnert an den dystopischen Apparatesound von „Detroit Techno City“. Schorsch Kamerun ist bekannt als Sänger der Hamburger Band „Die Goldenen Zitronen“. Imago Carsten Thesing Bild in Detailansicht öffnen
„Pasionaria“ – das soll ein futuristisch-dystopischer Bühnenplanet sein. Auf ihm bewegen sich künstliche Wesen, die menschliches Leben zwar perfekt imitieren können, jedoch alles vermissen lassen, was Menschen ausmacht: innere Empfindung, Eros und Hingabe, Leiden, Trauer und Schmerz. Ein Programm des weltweit bekannten spanischen Choreografen Marcos Morau und seiner Tanzkompanie La Veronal am 27. September im Theater Freiburg. Imago Martin Müller Bild in Detailansicht öffnen
„Auf unseren Bühnen wurde lange genug deutsch gesprochen. Jetzt ist es Zeit für Klartext.“ Der neue Harald Schmidt klingt unheimlich, sieht unheimlich aus und möchte „alte Gewohnheiten bewusst dystopisch bearbeiten“. Wobei nicht klar scheint, was bei den Abenden des Late-Night-Altmeisters ab dem 28. September unter dem Titel „Echt Schmidt“ im Schauspiel Stuttgart herauskommen wird. „Ich lasse mich selbst überraschen“, wird der „ehemalige belgische Steuerflüchtling“ in der Ankündigung zitiert. Schauspiel Stuttgart Bild in Detailansicht öffnen
Der Mexikaner Juan Orozco singt bei der Premiere am 28. September am Theater Freiburg eine der schönsten Opernpartien, die es gibt: Verdis Falstaff. Shakespeares berühmteste komische Figur existiert zum Selbstzweck, für nichts als den eigenen Bauch. Begierden, Eskapaden, Irrtümer – auf diese Mischung kam es Giuseppe Verdi an. Die Zeitgenossen waren überrascht, als er sein Tragödien-Schaffen mit einer musikalischen Komödie beschloss. Dunkel ist sie geworden - dennoch federleicht und bitterböse. Theater Freiburg/Sebastian Mölleken Bild in Detailansicht öffnen
Das Theater Konstanz bringt mit „Junge Hunde“ am 28. September einen Coming-of-Age Roman von Christoph Nix auf die Bühne und schildert den Weg eines jungen Menschen während der 68er-Zeit in den linken Widerstand. Ein Stoff, mit dem das Theater die aktuelle Frage neu beantworten möchte, wann der Widerstand des einzelnen beginnen sollte. Felix Kästle Bild in Detailansicht öffnen
Ein neuer Ingmar-Bergman-Abend von Regisseurin Anna Bergmann zur Eröffnung der Spielzeit am Staatstheater Karlsruhe: „Passion – Sehnsucht der Frauen“ am 5. Oktober. Diesmal verwebt die Karlsruher Schauspieldirektorin die Geschichten aus Ingmar Bergmans Filmkomödie „Sehnsucht der Frauen“ (1952) mit Szenen aus seinen Filmen „Wie in einem Spiegel“ (1961) und „Eine Passion“ (1968) zu einem dichten Kammerspiel. Geheimnisse aus der Vergangenheit der Frauen verbinden sich mit gegenwärtigen Ereignissen. epd Pressebild Wentzell Bild in Detailansicht öffnen
Er ist ein klassischer Jugendlicher der Wende von 1989: der damals 16-jährige Peter Richter aus Dresden, der 25 Jahre später als Journalist und Autor ein Buch über die letzten Tage der DDR schreibt. Das Theater Freiburg präsentiert am 11. Oktober seinen Roman „89/90“ als Bühnenstück, das den Blick auf diese Jahre und das Bild der „friedlichen Revolution“ verändern soll. Schon damals war die rechte Szene im Osten ausgeprägt. Theater Freiburg Bild in Detailansicht öffnen
Elfriede Jelinek will ergründen, woher die namenlose Wut kommt, die plötzlich aus Menschen herausbricht und sich scheinbar gegen alles und jedes richten kann. Wut auf „die da oben“, die Wut der abgehängten Kleinbürger auf die elitären Großbürger. Und natürlich empfindet man irgendwann auch Wut auf all die Wütenden, die alles in Frage stellen, Demokratie und Liberalität. Woher kommt die plötzliche, narzisstische Selbstermächtigung der sich ohnmächtig Fühlenden? Am 18. Oktober im Theater Freiburg. Karl Schöndorfer Bild in Detailansicht öffnen
Das Staatstheater Karlsruhe setzt seine Reihe großer französischer Opern fort. Nach den Trojanern und dem Propheten folgt jetzt mit der Premiere des „Faust“ von Gounod am 19. Oktober eine Oper, die für das Ensemble Paraderollen bietet. Die Musikalische Leitung hat wie bei Gounods „Roméo et Juliette“ Daniele Squeo. Die Regie führt der britische Regisseur Walter Sutcliffe. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Ständig sucht der Mensch nach Erlösung von der ewigen Frage nach dem Sinn des Daseins. In einer Zeit des „medialen Dauerfeuers“ scheint die Diktatur der einfachen Antworten dafür besonders gute Gelegenheiten zu bieten. Ein interessanter Ausgangspunkt für die Inszenierung von Becketts Klassiker „Warten auf Godot“ am 19. Oktober am Mannheimer Nationaltheater in der Regie von Sandra Strunz. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die großen Phantasiestoffe von E. T. A. Hoffmann sind ein Schwerpunkt am Theater Freiburg. Nach der Aufführung von „Der goldne Topf“ und der Offenbach-Oper „Hoffmanns Erzählungen“ während der vorausgegangenen Spielzeiten wird am 19. Oktober der flämische Regisseur Stef Lernous den schwarzen Roman „Der Sandmann“ auf die Bühne bringen, den Sigmund Freud als exemplarische Studie über Verdrängung kindlicher Traumata und das allmähliche Abgleiten in den Wahnsinn deutete. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Lotte de Beer blickt mit ihrer Inszenierung von Verdis „Don Carlos“ in eine womöglich nicht allzu ferne Zukunft. Am düsteren Horizont: die Entstehung eines neuen Gottesstaates. Ein Regime der Angst soll sicherstellen, wessen Leben als politische Verhandlungsmasse verfügbar ist und wessen Leben um jeden Preis geschützt werden muss. Premiere ist am 27. Oktober an der Staatsoper Stuttgart. Hans-Klaus Techt Bild in Detailansicht öffnen

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und ein schönes Wochenende!

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