Luftaufnahme von Heilbronn (Foto: picture-alliance / dpa)

Der Südwesten in Zahlen Diese Stadt in BW hat die höchste Aufklärungsrate bei Einbrüchen

Es ist eines der unheimlichsten Gefühle, die es gibt. Man kommt nach Hause und muss feststellen: Bei mir wurde eingebrochen.

Die Wohnungstür gewaltsam geöffnet, die Scheibe eingeschlagen. Alle Schränke wurden durchsucht und Kleidung liegt verstreut auf dem Boden. In der Wohnung herrscht Chaos. Die intimsten Sachen, das eigene Zuhause wurde von Fremden durchwühlt und auf den Kopf gestellt.

Nicht nur der Einbruch an sich ist furchtbar, das Gefühl der Machtlosigkeit danach ist für viele Menschen sogar noch schlimmer. Dort zu schlafen, wo vor kurzem Fremde eingedrungen sind. Außerdem bleibt die Angst: Kommen die Einbrecher wieder?

Symbolbild: Durchwühlte Schränke in einer Wohnung (Foto: picture-alliance / dpa)
Eine Horrorvorstellung: Die Wohnung wird von Einbrechern heimgesucht

In Heilbronn sind die Chancen gut, dass Wohnungseinbrüche gelöst und die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Mit einer Aufklärungsquote von fast 68 Prozent stand Heilbronn im vergangenen Jahr bundesweit an der Spitze. Platz zwei (Siegen) und drei (Darmstadt) landen mit Quoten von 40 Prozent abgeschlagen dahinter.

Bundesweit werden nur knapp 18 Prozent der Einbrüche von der Polizei aufgeklärt. In Baden-Württemberg sind es 22 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar nur 12 Prozent.

Die Heilbronner Polizei verfolgt seit mehreren Jahren ein Intensivkonzept zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen. Dafür wurde eine eigene Ermittlungsgruppe aus Schutz- und Kriminalpolizei eingerichtet - offenbar mit Erfolg.

Die Staatsanwaltschaften unterstützen und fördern unsere Arbeit in überdurchschnittlich guter Art und Weise.

Achim Küller, Polizei Heilbronn

"Durch die ergriffenen Maßnahmen war es nicht nur möglich, Täter zu identifizieren und festzunehmen, sondern auch den Umfang ihrer Taten aufzudecken", erklärt Achim Küller von der Polizei Heilbronn. So konnten auch Einbruchsserien besser erkannt werden.

Die Tendenz bei Wohnungseinbrüchen in Deutschland ist insgesamt rückläufig. Gab es 2015 noch über 167.000 polizeilich erfasste Fälle, wurden im vergangenen Jahr 116.000 Fälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte allerdings um einiges höher sein.

Tipps der Polizei gegen Einbrecher:

- Türen und Fenster mit Sicherheitsschlössern ausrüsten

- keine gekippten Fenster offen lassen

- den Ersatzschlüssel nicht im Freien verstecken

- auf Anrufbeantworter nicht über die Länge des Urlaubs informieren

- posten Sie nicht in sozialen Netzwerken wann Sie in den Urlaub fahren

- im Urlaub sollte die Wohnung einen bewohnten Eindruck machen (Nachbarn leeren den Briefkasten, Lampen durch Zeitschaltuhr oder Bewegungsmelder steuern lassen)

- heruntergelassene Jalousien signalisieren für Einbrecher, dass die Bewohner verreist sind

STAND