Europapark Wodan (Foto: Europapark Rust Pressefoto)

Wodan im Europapark fährt wieder Kette in Achterbahn gerissen - das sagt der TÜV

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Wegen einer gerissenen Kette ist die Holzachterbahn Wodan im Europapark in Rust bei Freiburg am Dienstag gestoppt worden. Am Mittwoch wurde das Fahrgeschäft wieder in Betrieb genommen.

Die ersten Besucher seien schon wieder auf der Holz-Achterbahn gefahren, sagte ein Sprecher des Freizeitparks. Mitarbeiter hatten wohl die ganze Nacht gearbeitet, um die Panne zu beheben. Handwerker tauschten die Kette aus, mit der die Züge hochgezogen werden. Die Bahn laufe nun reibungslos.

Unvorhersehbare Materialfehler

Was genau das Problem mit der Holzachterbahn war, steht laut Can de Haan, Sicherheitsingenieur des Europaparks, noch nicht endgültig fest. „Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit lagen unvorhersehbare Materialfehler vor.“

Inzwischen läuft die Achterbahn wieder. Dies sei ohne eine Kontrolle des TÜV möglich gewesen. Man sei zwar immer im gegenseitigen Austausch, aber es gebe keine rechtliche Vorgabe, nach welcher der TÜV in einem Fall wie diesem nochmal grünes Licht geben müsse, erklärt de Haan. Grundsätzlich sei es aber positiv zu sehen, dass alle Sicherheitsfunktionen in diesem Fall so funktioniert hätten, wie sie sollten. „Der Zug hat sicher gehalten, es wurde niemand verletzt, der Zug konnte nicht rückwärts rollen und es gab keine Kollision.“

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Letzte Prüfung im März 2019

Auf Anfrage des SWR teilt Thomas Oberst, Sprecher des TÜV mit, dass Wodan zuletzt im März 2019 geprüft wurde. „Fahrgeschäfte müssen in regelmäßigen Abständen von einer unabhängigen Stelle geprüft werden. Komplexe Fahrgeschäfte mit hohen dynamischen Belastungen, zu denen auch die Achterbahn Wodan zählt, müssen jährlich überprüft werden."

Oberst erklärt, dass sich einzelne Bauteile im Betrieb abnutzen und im Rahmen von Wartungs- und Instandhaltungs-Maßnahmen nach einer bestimmten Zeit ausgetauscht werden müssen. Die Hersteller von Fahrgeschäften schreiben genau vor, welche Wartungs- und Instandhaltungs-Arbeiten in welchen Abständen durchgeführt werden müssen – entweder durch den Hersteller, durch eine Wartungsfirma oder durch den Betreiber.  

Konstruktion verhindert, dass Insassen gefährdet werden


„Entscheidend ist, dass bei einem Fahrgeschäft auch im Fall einer technischen Störung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Fahrgäste besteht. Die Fahrzeuge fahren automatisch in eine sichere Position, aus welcher die Fahrgäste aussteigen bzw. evakuiert werden können," erklärt Oberst. “Im konkreten Fall verhindert zudem eine spezielle Konstruktion, dass die Insassen durch die Antriebskette gefährdet werden könnten."

Alle Sicherheitsmechanismen haben im aktuellen Fall einwandfrei funktioniert, so dass niemand zu Schaden gekommen ist.

Sicherheitsniveau in deutschen Freizeitparks sehr hoch

Generell sei das Sicherheitsniveau in deutschen Freizeitparks sehr hoch. „Das ist ein Ergebnis des Zusammenspiels von Anlagenherstellern mit spezifischen Erfahrungen und Kompetenzen, Parkbetreibern mit hohem Verantwortungsbewusstsein für ihre Gäste und einem klar geregelten System der unabhängigen Überprüfungen", sagt Thomas Oberst.

24 Fahrgäste hatten am Dienstag in der Achterbahn gesessen, als die Kette riss. Alle Fahrgäste konnten unverletzt aussteigen.

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