David Hasselhoff 2019 vor der East Side Gallery in Berlin (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kurioses Wissen zum 9. November 1989 Der Mauerfall: Hasselhoff, Bananen, Merkel in der Sauna

AUTOR/IN

Rund um den Mauerfall sind zurzeit unzählige historische Fakten zu sehen, hören und zu lesen. Einige seltene und kuriose wollen wir Ihnen nicht vorenthalten.

„Wahnsinn“ ist das Wort des Tages oder besser gesagt dieser historischen Nacht vom 9. November 1989. Tausende Menschen konnten es kaum fassen, dass die Berliner Mauer fällt.

David Hasselhoff: am häufigsten gegoogelte Person zum Mauerfall

Rund um die friedliche Revolution in der DDR hat es viele bekannte Namen gegeben. Doch die Person, die in Deutschland im Zusammenhang mit dem Mauerfall am häufigsten gesucht worden ist, war weder Kanzler Helmut Kohl noch der frühere sowjetische Staatspräsident Michael Gorbatschow oder SED-Politbüromitglied Günter Schabowski, der die Grenzöffnung verkündet hatte. Sondern: Sänger und Schauspieler David Hasselhoff, dessen Song „Looking for Freedom“ eine regelrechte „Mauerfall-Hymne“ wurde: Hunderttausende sangen und feierten zu diesem Hit.

Top 1 der Fragen bei Google zum Fall der Berliner Mauer

Internetnutzer tippen am häufigsten folgende Frage zu dem historischen Ereignis bei Google ein: „Wann war der Mauerfall?“ Als zweithäufigste Frage listet die Suchmaschine auf: „Wie kam es zum Mauerfall?“

Song „Wind of Change“ erst nach der Wiedervereinigung veröffentlicht

Für viele Menschen gilt neben „Looking for Freedom“ der Scorpions-Hit „Wind of Change“ als Hymne der Wende. Die von Klaus Meine gesungene und gepfiffene Rockballade über die Verständigung zwischen Ost und West wurde zwar kurz vor dem Mauerfall geschrieben, aber erst im November 1990 veröffentlicht und katapultierte die deutsche Rockband in den Charts nach oben.

Während westliche Musiker ihre Polit-Botschaften meist mehr oder weniger eindeutig formulierten, mussten sich Künstler in der DDR vorsichtiger und mit Andeutungen ausdrücken. In dem Lied „SOS“ von Silly heißt es: „Wir bezwingen Ozeane/mit 'm gebrauchten Narrenschiff/über uns lacht 'ne goldene Fahne/unter uns ein schwarzes Riff …“

Keine DJs in der DDR, sondern „staatlich geprüfte Schallplattenunterhalter“

In der DDR gab es keine Discjockeys oder DJs – das klang zu westlich. Hier sorgten SPUs für Musik zum Tanzen: staatlich geprüfte Schallplattenunterhalter. Sie mussten einen Lehrgang mit Eignungstest absolvieren. Nur dann durften sie Musik bei öffentlichen Veranstaltungen abspielen: mit einer Ost-Musikquote von 60 Prozent und Show-Elementen wie Spielen, Modenschauen oder Quizrunden, wie ein früherer DDR-DJ mal im „Spiegel“ erzählte.

Die Berliner Mauer war rund 155 Kilometer lang und stand 28 Jahre

Am 13. August 1961 hatte die DDR begonnen, die Berliner Mauer zu bauen. Sie wurde etwa 155 Kilometer lang – davon 107 Kilometer Betonplattenwand. Alleine auf 43 Kilometern trennte sie Ost- und West-Berlin. Als extrem scharf gesicherte Grenze fungierte die Berliner Mauer genau 28 Jahre, zwei Monate und 28 Tage.


Animation: So aufwändig wurde die DDR abgeriegelt und bewacht:

Als die Mauer fiel, saß Angela Merkel in der Sauna

Am 9. November 1989 war die heutige Bundeskanzlerin 35 und arbeitete als Physikerin. Als die Mauer fiel, saß Angela Merkel wie jeden Donnerstag zu dieser Zeit in der Sauna. Später marschierte sie mit vielen tausend anderen DDR-Bürgern über die Bornholmer Brücke und trank in irgendeiner Wohnung ihr erstes West-Bier.

Bananen in der DDR, die Wende und „Zonen-Gaby“

Autokorso mit Trabbis zum 25. Jahrestag des Mauerfalls: Ein Junge hält zwei Bananen in der Hand (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ein Autokorso 2014 mit historischen Fahrzeugen. Anlass war der 25. Jahrestag des Mauerfalls. Picture Alliance

Die Banane wurde ein „fruchtiges Symbol“ des Mauerfalls. „Wessis“ verteilten sie nach Maueröffnung zusammen mit anderen kleinen Willkommensgeschenken – vielleicht im Irrglauben, dass es in der DDR keine Bananen gab. Die gab es durchaus, aber die Südfrucht war Mangelware. Mit der Wende stieg die Nachfrage nach Bananen, und die Preise ebenso.

Eine Frau schaut sich das Titelblatt des Satiremagazins "Titanic" an: Meine erste Banane (Foto: dpa Bildfunk, Selin Verger)
Im November 1989 veröffentlichte das Satiremagazin „Titanic“ dieses Titelbild in Anspielung auf den Mauerfall. Selin Verger

Mit einem Erfolgs-Coverbild reagierte die Satire-Zeitschrift „Titanic“: Sie zeigte „Zonen-Gaby“ mit „ihrer ersten Banane“ in der Hand: einer nach Bananen-Art geschälten Gurke. Es war eine Frau aus Rheinland-Pfalz, die sich als fiktive „Zonen-Gaby“ fotografieren ließ.
Manche erinnern sich auch an Bananen-Witze aus der DDR wie:

„Wie verdoppelt man den Wert des Trabis? Indem man ihn voll tankt. Und wie vervierfacht man ihn? Eine Banane auf den Rücksitz legen!“

DDR-Witz

Noch tausende Trabis auf deutschen Straßen unterwegs

Übrigens sind von den in der DDR produzierten Autos der Baureihe Trabant auch 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch viele fahrtauglich. Laut Kraftfahrtbundesamt waren Anfang 2019 noch mehr als 36.000 Trabis zugelassen. Spitznamen des verhassten oder geliebten Kultautos sind Rennpappe, Duroplastbomber oder Sachsenporsche.

AUTOR/IN
STAND