Bitte warten...

Daun: Schul- und Lernpaten helfen Wie soll sich Yonas bloß aufs Lernen konzentrieren?

Als Siebenjähriger flieht Yonas mit seiner Mama über das Mittelmeer. Beide haben Glück und erreichen das rettende Ufer. Ihre Freunde nicht. Angekommen sind sie aber noch lange nicht.

Junge mit zwei Frauen

Yonas bekommt jetzt Unterstützung weit übers Sprachenlernen hinaus

Yonas stammt aus Eritrea. Bei der Flucht über das Mittelmeer hat er erlebt, dass eine befreundete Familie, die gleichzeitig in einem anderen Boot fuhr, ertrunken ist. In Deutschland angekommen, wird Yonas in das laufende Schuljahr eingeschult und versucht sein Bestes. Aber wie soll man sich aufs Lernen konzentrieren, wenn man so viel durchgemacht hat? Wenn alles neu und unbekannt ist und man die Sprache nicht versteht? Seine Mutter kann ihm schlecht helfen. Schwanger und von der Flucht traumatisiert, muss sie selbst erst Deutsch lernen.

"Das ist gut und macht Spaß"

Yonas wiederholt die erste Klasse. Damit er schnell Deutsch lernt, besucht er jeden Tag während der Schulzeit den Sprachunterricht. Aber den Unterschied macht seine Lernpatin Renate Wittkuhn-Ring. Sie übt mit Yonas zweimal pro Woche Lesen und Schreiben. Außerdem spielen und reden sie auch mal miteinander. So hat Yonas eine Bezugsperson gefunden, die ihm hilft, in seiner neuen Heimat wirklich anzukommen. Ihr kann Yonas sich inzwischen anvertrauen und von seinen Sorgen und Erlebnissen erzählen. Deshalb freut er sich immer so auf die besondere Zeit mit seiner Lernpatin. Das kann er mittlerweile auch auf Deutsch sagen: "Das ist gut und macht Spaß."

Die Gründe sind vielfältig

Beim Projekt der Schul- und Ausbildungspatenschaften der Caritas Westeifel engagieren sich ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger. Dafür werden sie eigens in Schulungen ausgebildet. Das Angebot soll den Schulbetrieb ergänzen und richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen mit Betreuungsbedarf. Die Gründe, warum es in der Schule nicht klappt, sind vielfältig. Vor allem Probleme in der Familie setzen den Kindern zu: Trennung und Scheidung, Armut oder Suchterkrankungen. Hinzu kommen nun die zahlreichen Flüchtlingskinder wie Yonas, die den Bedarf weiter steigen lassen. Deshalb möchte die Caritas ihr Angebot mithilfe von Herzenssache in den nächsten zwei Jahren ausbauen. Der Bedarf der Flüchtlingskinder soll mit Angeboten zur Integration und zum Lernen von Deutsch als Fremdsprache stärker berücksichtigt werden. Dazu müssen dringend mehr ehrenamtliche Mitarbeiter gewonnen und ausgebildet werden.

Schul- und Ausbildungspaten der Cartias Westeifel e.V.: Im Vulkaneifelkreis werden durch das Projekt Schüler der ersten Klasse bis zum Eintritt in das Berufsleben betreut. Im Kreis Bitburg-Prüm wird der Übergang der Jugendlichen von der Schule in den Beruf außerdem durch Ausbildungspaten begleitet. Die Caritas Westeifel arbeitet mit zwölf Grundschulen, sechs Realschulen-plus sowie einer Förder- und einer Berufsschule zusammen. Damit erreicht das Projekt 84 Prozent aller Schulen im Vulkaneifelkreis.