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Wangen: Spielend lernen im "Abenteuerland" David, das "Flurkind"

Als David zur Welt kommt, ist zunächst alles in Ordnung. Doch er beginnt erst mit knapp vier Jahren zu sprechen und entwickelt sich langsamer als andere Kinder. Im Kindergarten fällt es ihm schwer, Freunde zu finden. Es kommt oft zu Streit.

Junge in gelbem T-Shirt

David war schnell als "Flurkind" verschrien.

Wenn David alles zu viel wird und er sich überfordert fühlt, zieht er sich oft auf den Flur zurück. Schnell ist er deswegen als "Flurkind" verschrien. Davids Mutter bemüht sich intensiv darum, dass ihr Sohn in seiner Entwicklung aufholt. Sechs Wochen lang sind beide zur Reha in der Kinderklinik Wangen. Weil alle Kinder dort ähnliche Probleme haben, fühlt sich David verstanden. Allmählich lernt er, sich in die Kindergruppe einzubringen und seinen Platz zu finden.

Den Therapieerfolg im Alltag umsetzen

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor einer enormen Zunahme von Entwicklungsstörungen. Inzwischen wird jedes fünfte Kind im Alter von vier und fünf Jahren als auffällig eingestuft. In der Rehabilitationskinderklinik Wangen sind derzeit 28 Kinder mit entsprechenden Problemen in Behandlung. Ziel der therapeutischen Angebote ist, dass sie in ihrer Entwicklung aufholen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln und mit anderen Kindern besser zurechtkommen. Was in der Therapie erfahren und gelernt wurde, soll im Alltag zuhause und im Kindergarten umgesetzt werden.

"Abenteuerland" für Kinder mit besonderem Förderbedarf

Junge mit Therapeutin

In der Kinderklinik fühlt sich David verstanden.

Aber dazu müssen die Kinder und ihre Familien auch außerhalb der Therapie üben. Dafür wurde mit dem "Abenteuerland" ein spezielles Angebot geschaffen. Ein großer Raum wurde mit Lerninseln und Spielgeräten für Kinder mit besonderem Förderbedarf ausgestattet. Dort können die Kinder gemeinsam spielen und so ihre neu erlernten Fähigkeiten ausprobieren und stärken. Außerdem können bis zu 37 weitere Kinder, die wegen chronischer Erkrankungen behandelt werden, ebenfalls davon profitieren. Die Finanzierung der aufwändigen Umbauarbeiten übernahm das Klinikum selbst, doch bei der Ausstattung war man auf Unterstützung angewiesen. Herzenssache hat geholfen und sich mit Spendengeldern an den Anschaffungskosten der Förder- und Spielflächen beteiligt.