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Ulm: "Klaro" - Hilfe für Gewaltopfer Alles Klaro!

Herzenssache-Projekt Ulm: Alles klaro (Motorradfahrerin)

Saskia (19)

Saskia fährt leidenschaftlich gerne Motorrad. Die 19-Jährige hat gerade Abitur gemacht. Bevor die Uni losgeht, will sie ein Jahr nach Frankreich gehen. Darauf freut sie sich riesig. Doch bis hierhin war es ein weiter Weg. Als Saskia 12 Jahre alt ist, wurde sie von ihrem Kampfsport-Trainer vergewaltigt.

Vertrauen missbraucht

Es passierte während eines mehrtägigen Aufenthaltes bei einer Meisterschaft. Der Täter wurde angezeigt. Jahrelang schien es, als hätte Saskia alles gut verkraftet. Im Herbst 2009 holte ihre Vergangenheit sie schließlich ein: Saskia, damals 17, hatte Schlafstörungen, musste ständig weinen und hatte keine Kraft mehr. Sie fand Unterstützung bei "Klaro", einem Beratungsprojekt für Opfer von Gewalt. Saskia lernte, ihre Erlebnisse zu verarbeiten und möchte nun anderen Opfern Mut machen.

Herzenssache schützt Kinder und Jugendliche

Etwa jedes zehnte Kind wird vor seinem zwölften Lebensjahr Opfer von Gewalt. Bei Mädchen ist die Rate noch höher. Die Täter stammen meistens aus dem direkten Umfeld: Bekannte, Verwandte, in rund einem Drittel der Fälle sogar die Eltern selbst. In Ulm gilt der Kinderschutzbund mit seinem Projekt "Klaro" als Vorreiter im Bereich Hilfe für Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die Kinder erhalten umgehend therapeutische Hilfe. Sie werden von der Aufdeckung bis zur Aussage gegen den Täter vor Gericht begleitet. Nicht selten brauchen auch die Eltern Unterstützung, wenn z.B. der Partner oder Ex-Partner der Täter ist. "Klaro" wurde 2010 in einer Pilotphase erprobt. Jetzt möchte der Kinderschutzbund das Angebot aufgrund starker Nachfrage verdoppeln.