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Trier: Musikwerkstatt fördert Feinmotorik Mehr Lebensqualität durch die Musiktherapie

Die Musiktherapie des Familienzentrums Fidibus in Trier zeigt unglaubliche Erfolge. Schon 1.600 Kinder konnten durch das Projekt erreicht werden. Doch die Nachfrage ist noch größer.

Zwei Mädchen mit Instrumenten am Tisch

Kommt prima an: Musiktherapie beim Familienzentrum Fidibus in Trier

Durch die Förderung von Herzenssache im Jahr 2013 konnte die "Mobile Interkulturelle Musikwerkstatt" des Familienzentrums Fidibus in Trier nachhaltig in Kitas und Schulen etabliert werden. Besonders Kinder mit Handicap haben durch die Kombination aus Musiktherapie und Feinmotorik neue und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten. Lehrerinnen und Erzieherinnen berichten ebenfalls von deutlichen Verbesserungen: Die Kinder können sich bis zu viermal länger konzentrieren, und die Schulleistungen haben sich in allen Fächern verbessert, besonders in Sprache, Lesen, Rechnen, Schreiben und Musik/Kunst.

Projekt soll ausgeweitet werden

Kinder und Eltern im Musikkreis auf dem Boden

Die Nachfrage nach musiktherapeutischen Angeboten ist groß

Schon 1.600 Kinder konnten durch das Projekt erreicht werden. Doch die Nachfrage ist noch größer. Deshalb soll es auch in der Region Wittlich angeboten werden. Neu hinzukommen sollen Lautsprach-Unterstützende-Gebärden (LUG), um Kindern wie Astan die Kommunikation mit ihrer Umwelt noch einfacher zu machen. Herzenssache unterstützt fidibus bei der Ausweitung und übernimmt deshalb Honorare für Musikpädagogen und Materialkosten.

Unglaubliche Erfolge

Astan (15) kann ihre Finger nicht richtig bewegen und hört nur etwa 50 Prozent. Sie kann nicht lesen oder schreiben, sie "malt" die Buchstaben ihres Namens. Große Freude macht ihr aber die "Musikwerkstatt". Durch das Silben-Trommeln oder Klangholz-Klopfen konnte sie ihre Fähigkeiten, Geschicklichkeit und Sprache deutlich verbessern. Nun kann sie Sachverhalte besser erfassen und endlich Gefühle und Wünsche ausdrücken, die sie bisher nicht äußern konnte. Auch andere Kinder zeigen fast unglaubliche Erfolge: Ein Sechsjähriger, der halbseitig gelähmt ist, bewegte beim Trommelbau erstmals seinen Arm. Ein fünfjähriges Mächen mit spastischer Mehrfachbehinderung kann seit dem gemeinsamen Musizieren erstmals die Beine so entspannen, dass eine Physiotherapie überhaupt erst möglich ist.