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Südwesten: Ein einzigartiges Therapiezentrum Hilfe über Kassenleistung hinaus

Lukas ist das, was man im Schwäbischen einen "Lauser" nennt – ein kleiner Draufgänger, aufgeschlossen und manchmal ein bisschen frech. Doch er trägt ein schweres Schicksal.

Junge vor einem Wandbild

Lukas (3) kann nicht wie andere Kinder einfach losrennen, Fahrrad fahren oder auf einen Baum klettern.

Lukas erlitt von jetzt auf gleich eine Gehirnblutung, die einen Teil seiner Gehirnzellen zerstörte. Seitdem hat er in der rechten Körperhälfte mit Lähmungserscheinungen zu kämpfen. Die Muskeln und Nerven wollen nicht mehr mit voller Kraft arbeiten. Der 3-Jährige kann laufen, aber nur langsam und unsicher. Anders als andere Kinder, kann er nicht einfach losrennen, Fahrrad fahren oder auf einen Baum klettern. Seine Freunde verstehen das nicht immer. Er selbst ist noch zu klein, um es zu erklären. Oft kommt es deshalb zu Frust und Streitigkeiten. Durch eine Teilnahme an der Psychomotorik-Gruppe der Klinik Maulbronn könnte Lukas unter therapeutischer Anleitung seine Möglichkeiten austesten, seinen Körper und auch seine Grenzen besser kennenlernen. Außerdem würde er lernen, sich Gleichaltrigen mitzuteilen. Doch für dieses Zusatzangebot benötigt die Klinik dringend Spenden.

Ein einmaliger Therapieansatz

Mit Hilfe von Spenden soll an der Klinik Maulbronn ein Psychomotorik-Zentrum entstehen, das deutschlandweit einzigartig ist. Das Besondere: Nicht nur körperlich eingeschränkte Kinder kommen zur Bewegungstherapie, sondern auch seelisch belastete Kinder. Derzeit arbeiten drei Motopäden mit unterschiedlichen Schwerpunkten an der Klinik. Um diese zu vernetzen, wird dringend eine leitende Motopädin benötigt, die auch bei schwierigsten kleinen Patienten einen Weg findet, ihr Vertrauen zu gewinnen und mit ihnen zu arbeiten. Diese wird jedoch nicht von den Kassen finanziert. Herzenssache möchte mit der zweijährigen Finanzierung der 60%-Stelle helfen, das wichtige Angebot nachhaltig aufzubauen. Im Anschluss wird der Förderverein der Klinik die Stelle weiterfinanzieren. Momentan ist das noch nicht möglich, da die Vereinsspenden in den Neubau des Psychomotorik-Zentrums fließen.


Psychomotorik – was ist das eigentlich? Unter Psychomotorik versteht man ein therapeutisches Konzept, dass die Bewegung und ganz besonders das Wahrnehmen des Körpers fördert. Vor allem ist die Psychomotorik eine Beziehungsarbeit zwischen Therapeut und Patient. Über die spielerische Interaktion werden Beziehungen geknüpft, so dass selbst stark traumatisierte, autistische oder hoch aggressive Kinder zugänglich werden - auch für anschließende Therapien. Professor Dr. med. Rainer Blank, Leiter des Kinderzentrums Maulbronn und Initiator des zugehörigen Psychomotorik-Zentrums, ist der Experte für motorische Entwicklungsstörungen im Kindesalter und leitet die internationale Forschungsgruppe auf dem Gebiet. Seine Arbeit gilt als fortschrittlich und wegweisend. Die Patienten kommen aus dem gesamten Südwesten.