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Südwesten: Diabetes-Nannies auf Sondereinsatz SOS-Einsätze für Heim- und Flüchtlingskinder

Für Arams Familie bedeutete die Flucht nach Deutschland die Rettung vor Angst und Terror. Doch sie war riskant, denn der kleine Junge ist auf medizinische Versorgung angewiesen.

Mutter spritzt Jungen Insulin

Schon der kleine Mert profitierte 2014 von der Förderung durch Herzenssache.

Der neunjährige Aram ist ein stiller und zurückhaltender Junge. Seit seinem vierten Lebensjahr ist er zuckerkrank, hinzu kommt eine chronische Nierenerkrankung. Das stellt die Familie auch in Deutschland vor große Herausforderungen. Ernährungspläne müssen erstellt werden und das Umrechnen der Kohlenhydrate verunsichert Arams Mama sehr. Schon kleine Fehler können die Arams Gesundheit akut gefährden. Wie gut, dass die Diabetes-Nannies der Stiftung Dianino mit einem Dolmetscher zur Stelle sind, sich Zeit nehmen, um Pläne zu übersetzen und anhand von Bildertabellen die Umrechnung zu erleichtern. Regelmäßige Besuche in der Unterkunft geben der Familie das Gefühl, nicht allein zu sein.

Auch Heimkinder brauchen Hilfe

Zuckerkranke Flüchtlingskinder wie Aram benötigen besonders intensive Betreuung. Der Aufwand ist bei Flüchtlingskindern ist etwa dreimal so hoch, da Grundlagen mit geschult werden müssen und die sprachlichen Hürden trotz Dolmetscher Zeit kosten. Doch auch bei Heimkindern steigen die Hilfsanfragen. In Deutschland gibt es lediglich vier Einrichtungen, die Diabetes-Kinder im Falle einer Heimunterbringung betreuen können. Allein im Südwesten warten jährlich 25 erkrankte Kinder auf einen Heimplatz, den sie aufgrund ihres Diabetes nicht erhalten. Das Dianino-Team möchte helfen, das Personal im Umgang mit Spritzen und Insulinpumpen zu schulen. Doch die Stiftung kommt an ihre Grenzen. Die Spenden reichen nicht aus, um den zusätzlichen Aufwand zu finanzieren, denn auch die Zahl der Diabetes-Erkrankungen von einheimischen Kindern steigt stetig.

Nothilfe mit Spenden sichern

Herzenssache unterstützte die Stiftung 2014 dabei, dem zunehmenden Bedarf gerecht zu werden. Fast 400 Kinder konnten von der Förderung profitieren. Die Kinderhilfsaktion möchte jetzt zusätzlich helfen, zuckerkranke Heim- und Flüchtlingskinder im gesamten Südwesten ausreichend zu versorgen.
Mit ihrem bundesweit einzigartigen Projekt hat sich die Stiftung Dianino bereits einen Namen gemacht. Auch der SWR hat umfassend berichtet. Um diese schnelle Hilfe zu gewährleisten, sind knapp 300 Diabetes-Nannies permanent im Einsatz.

Stiftung Dianino – Kind sein. Trotz Diabetes.
Die Stiftung Dianino kümmert sich um zuckerkranke Kinder in Not. Meist handelt es sich um Kinder aus sozialen Brennpunkten und stark belasteten Familien. Dies sind rund 4000 Kinder in Deutschland, Tendenz steigend.