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Stuttgart: Wie geht Sex im wahren Leben? Was Jugendliche schon immer wissen wollten...

Zwei Jungs mit kleinem Comic

"Einen Lehrer hätt' ich das nie gefragt!"

"Einen Lehrer hätt' ich das nie gefragt", erzählt der 13-jährige Marco. "Aber bei Patrick war das cool. Wir konnten ihn einfach alles fragen. Er hat uns erklärt, dass das in den Internetvideos übertrieben und im richtigen Leben ganz anders ist. Aber er hat uns auch gesagt, worauf man achten muss und welche Gefahren es gibt." Marco hatte viele Fragen, besonders zu dem, was er denn machen soll, wenn er zum ersten Mal mit einem Mädchen alleine ist, sie berühren und mit ihr schlafen will. Er hatte versucht, sich im Internet abzugucken, "wie das geht" und war dabei schnell auf Pornoseiten gelandet. Aber das hatte ihm auch Angst gemacht.

Marco konnte Patrick einfach alles fragen

Nun wusste er gar nicht, wie er sich beim "ersten Mal" verhalten soll, denn er dachte, dass er alles, was er da sah, auch ausprobieren müsste. Seit den Treffen mit Patrick weiß Marco, dass er mit einem Mädchen auch offen über Ängste und Wünsche sprechen kann, bevor man überhaupt was anfängt. Sein Fazit: "Es war toll, dass Patrick und ich so offen reden konnten. Ich fühl mich jetzt viel sicherer, wenn ich mit ’nem Mädchen gehen will. Das ist cool."

Was Jugendliche schon immer über Sex wissen wollten...

Sex hat Jugendliche schon immer interessiert. Umso wichtiger ist es für junge Menschen, die sich zum ersten Mal mit ihrer Sexualität befassen, das, was sie ihm Internet sehen, in die Realität einordnen zu können, denn unreflektiert ergibt sich ein verzerrtes Bild. Eltern, Lehrer oder Erwachsene zu fragen, kommt nicht in Frage. Bei Gleichaltrigen könnte man sich blamieren, weil man preisgeben müsste, was man alles "noch nicht erlebt hat". Einen Ausweg bieten Jugendliche, die nur etwas älter sind. Sie werden als Vorbilder akzeptiert. Deshalb werden im Projekt "Unverklemmte Jugendliche" Studierende zwischen 18 und 23 Jahren zu Präventionsfachkräften ausgebildet.

AIDS - kein Thema mehr?

Durch ihre Fachausbildung können sie auch Präventionsarbeit leisten, besonders im Kontext Pornographie, Realitätswahrnehmung, Infektionskrankheiten wie AIDS, ungewollte Schwangerschaften etc. Denn gerade AIDS ist für viele Jugendlichen heute kein Thema mehr. Dabei sind die Neuinfektionen in Deutschland in den letzten zehn Jahren von ca. 2.000 auf 3.000 Neuinfizierte pro Jahr gestiegen. Das Durchschnittsalter der Infizierten ist dabei deutlich gesunken.
Herzenssache unterstützte die Aids-Hilfe durch die Übernahme der Kosten für dieses wichtige Projekt.