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Herzenssache fördert multimediale Ausstellung Flüchtlingskindern eine Stimme geben

Issas Familie floh von Palästina über Libyen und während des Bürgerkrieges bis nach Syrien, wo Issa mehrfach verhaftet wurde. Zeitzeugen wie er sollten ihre Geschichten erzählen.

Wo Issa eigentlich herkommt, kann er selbst nicht so genau sagen. Seine Eltern und er sind schon seit seiner Geburt auf der Flucht. Als 2011 der Bürgerkrieg in Libyen ausbrach, floh die Familie weiter nach Syrien bis sich auch hier die politische Lage zuspitzte. Die Familie floh zurück nach Libyen, konnte aber auch dort nicht bleiben. Ein Schlepper sollte Issa und seinen jüngeren Bruder allein nach Italien bringen. Doch das Boot war undicht, die Brüder wurden von einem Fischer gerettet. Die von dem Verein Kubus e.V. geplante multimediale Ausstellung soll Berührungsängste abbauen und jugendlichen Flüchtlingen im Südwesten Gehör verschaffen. Herzenssache unterstützt das Projekt mit der Übernahme von Honoraren, Fahrtkosten und Sachmitteln für die Ausstellung und Workshops.

Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung

Junge Flüchtlinge wie Issa haben in ihrem kurzen Leben vieles erlebt und erfahren, das es verdient hat, weiter erzählt zu werden. Doch meistens gibt es dazu wenig Gelegenheit, da die jungen Flüchtlinge kaum Kontakt zu hier lebenden Familien haben. Das Besondere an der geplanten multimedialen Ausstellung: Rund 50 Kinder und Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung entwerfen die Inhalte gemeinsam, die Umsetzung wird durch Museums- und Medienpädagogen unterstützt. Nach der Fertigstellung wird die Ausstellung auf Tour gehen und an mindestens zehn Standorten in Baden Württemberg in Schulen, Vereinen, Gemeindezentren und anderen Einrichtungen gezeigt werden. Issa und sein Bruder leben inzwischen in einer Einrichtung für Minderjährige Unbegleitete Flüchtlinge in Stuttgart. Issa lernt fleißig Deutsch und wünscht sich endlich eine Heimat. Er möchte hier für seine Zukunft kämpfen.