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Stuttgart: Den Ballast von der Seele trommeln Yasmin findet ihren Rhythmus

Yasmin (Name geändert) besucht seit drei Jahren die Albert-Schweitzer-Schule, eine Sonderschule für Erziehungshilfe. Dass sie über ihre Kindheit nicht gerne redet, sagt viel aus. Sie landete in verschiedenen Wohngruppen, doch nirgendwo fühlte sie sich aufgehoben. Seitdem sie wieder bei ihrer Mutter wohnt, geht es ihr besser.

Mädchen mit Cajon in der Natur

Yasmin (15) macht leidenschaftlich gern Musik!

Seit kurzem hat Yasmin eine kleine Schwester, die sie sehr liebt. Zum Glück hat die Teenagerin noch eine weitere Quelle gefunden, aus der sie Kraft schöpft: die Musik. Yasmin singt und tanzt leidenschaftlich gern und beeindruckt mit einem ausgeprägten Rhythmusgefühl. In der Mädchengruppe hat Yasmin endlich einen Platz gefunden, wo sie sich angenommen fühlt. Sie ist stets hilfsbereit und diejenige, die alle ins Boot holt. Ihr Wunsch wäre ein eigenes Rhythmusprojekt, bei dem sie ihre Leidenschaft mit den anderen Mädchen teilen kann. Denn gemeinsames Trommeln macht nicht nur Spaß, es befreit. 

Kommunikation und Persönlichkeitsstärkung auf dem Lehrplan

Die Stiftung Jugendhilfe aktiv bietet Hilfe für Jugendliche mit seelischen Beeinträchtigungen und besonderem Förderbedarf. Ein Stiftungsträger ist unter anderem die Albert-Schweitzer-Schule. Dort werden Jugendliche betreut, die aus dem normalen Regelschulsystem ausgestiegen, aber weiterhin schulpflichtig sind. Neben dem schulischen Bildungsangebot stehen. Die Schule bietet eine spezielle Außenklasse für acht Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren, deren Lebensläufe starke Brüche aufweisen.

Ein regelmäßiges Angebot für die Mädchengruppe

Vor einigen Jahren startete die Stiftung das Pilotprojekt "Trommeln auf selbst gebauten Cajons" – mit erstaunlichen Ergebnissen: Jugendliche mit Migrationshintergrund fanden über den Rhythmus einen Zugang zur Sprache und öffneten sich. Leider fehlte der Stiftung das Geld, um den Mädchen einen fortlaufenden Unterricht zu bieten. Mit Hilfe von Herzenssache wird das Projekt für die neue Mädchengruppe wiederholt und ausgebaut. Begleitet wird das Projekt von einem männlichen Schlagzeuglehrer – und zwar ganz bewusst. Denn die meisten der Mädchen haben schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht und erleben nun erstmals einen Mann als positive Leitfigur. Projektinitiatorin Beate Rödl ist sich sicher: "Mit Leichtigkeit lässt sich das Schwere viel besser aufnehmen." Mit neuem Schwung und Gruppenzusammenhalt wird dann gemeinsam auf das nächste Ziel, den Schulabschluss, hingearbeitet.